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Wiener Jesuit Christian Marte fordert bessere Ausbildung des Leitungspersonals

Jesuit kritisiert Führungssystem der Kirche

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Bischöfe bei der Weltbischofssynode in Rom
München - Die Kirche sollte sich stärker an weltlichen Institutionen orientieren, sagt der Jesuit Christian Marte. Besonders deutlich kritisiert der Ordensmann die Ausbildung des Spitzenpersonals der Kirche.

Als Beispiele schlägt er die Wirtschaft, die öffentliche Verwaltung und auch Nichtregierungsorganisationen vor. "Wäre das nicht ein Thema für die nächste Bischofssynode?", so Martes Fazit. In seinem Beitrag beklagt der Ordensmann, dass eine gewachsene klerikale Struktur es schwierig mache, Frauen in Diözesen und im Vatikan als Führungskräfte zu bestellen.

Auch seien die diözesanen Strukturen monarchisch angelegt, und für Bischöfe gebe es außer dem Alterslimit von 75 Jahren keine Amtszeitbeschränkung, schreibt Marte. Dazu komme, dass die meisten Führungskräfte in Diözesen und Orden ohne Führungstraining ins Amt kämen. Sie kämpften dann mit Erwartungen, die sie oft nicht erfüllen könnten. Weiter führten Autoritätsfragen manchmal zu "bitteren, vermeidbaren Konflikten".

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Der Jesuit schlägt unter anderem vor, das Thema Führen und Leiten in die theologische Grundausbildung aufzunehmen. Die stärkere Einbindung von Laien in Führungsaufgaben könne in der gemeinsamen Ausbildung beginnen. Für kirchliche Top-Führungskräfte gebe es noch zu wenige Angebote. Notwendig seien "berufsbegleitende Formate", die mit den dichten Kalendern der Zielgruppe kompatibel seien. Marte räumt ein, dass etwa der Kurs für neu ernannte Bischöfe in Rom vom Anliegen her gut sei, allerdings entspreche er nicht mehr dem realen Bedarf. "Form und Inhalt müssten neu gedacht werden."

Orientierung an anderen Institutionen

Weiter rät der Ordensmann, den Blick über die Grenzen zu anderen Institutionen zu wagen. Es helfe dorthin zu schauen, wo Innovation und Dynamik sichtbar seien. Inspiration gebe es auch durch Kunst, Literatur und Filme. "Der Horizont kirchlicher Führung ist die Welt - und nicht allein die Kirche." Wenn die Restrukturierung des Vatikan zügiger voranginge, wäre das einen Motivationsschub für die Diözesen weltweit. Zudem brauche es eine Veränderung der "mentalen Landkarten". Denn Bischöfe seien nicht nur für ihre eigene Diözese zuständig, sondern trügen auch Verantwortung für das Gebiet ihrer Bischofskonferenz. Eine entsprechende kirchenrechtliche Aufwertung der Bischofskonferenzen könnte dabei helfen, schreibt der Jesuit. (KNA)

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