Jetzt auch in 3D
Das vatikanische Fernsehzentrum CTV wird die Heiligsprechung in 3D, HD und Ultra-HD-Format übertragen. Anschauen können sich das in Deutschland aber nur Zuschauer, die Abonnenten des Bezahlsenders Sky sind und einen entsprechenden Fernseher besitzen. Wer den nicht hat, auf den Effekt des dreidimensionalen Erlebnisses aber dennoch nicht verzichten will, hat Glück: Nach Angaben von CTV wird die Heiligsprechung in 500 Kinos in 20 Ländern live gezeigt, auch in Deutschland.
Vor dem Internet macht das Großereignis der katholischen Kirche ebenfalls nicht Halt: Mit einer breit angelegten Initiative in sozialen Netzwerken wie Facebook will der Vatikan unter jungen Leuten Interesse wecken – frei nach dem Motto: "Heiligsprechung – gefällt mir". Die Aktion ist in Kooperation vom Bistum Rom und Studenten der Kommunikationswissenschaften der Universität LUMSA in Rom entstanden. Über Netzwerke wie Twitter, Youtube und dem Bilderdienst Instagram solle in jugendgerechter Weise Leben, Lehre und Glaubenszeugnis von Johannes Paul II. (1978-2005), der als "Medienpapst" in die Geschichte einging, und Johannes XXIII. (1958-1963) nahegebracht werden.
Mit Gedränge ist am Petersplatz zu rechnen
Wer die Live-Atmosphäre des Petersplatzes dem Erlebnis auf dem Sofa vorzieht, muss sich wohl auf Gedränge einstellen. Zur Heiligsprechung am 27. April erwartet der Vatikan mehrere hunderttausend Besucher, wie Sprecher Federico Lombardi erklärte. Der Präfekt der Stadt Rom, Giuseppe Pecoraro, hatte zuletzt sogar von bis zu acht Millionen Besuchern gesprochen. Auf der Via della Conciliazione, die direkt auf den Petersplatz zuläuft, wird die Zeremonie auf Großbildschirmen übertragen. Eintrittskarten für das Ereignis sind übrigens nicht erforderlich; die vordere Hälfte sei aber wie üblich für Bischöfe, das Diplomatische Korps und offizielle Gäste reserviert, so Lombardi.
Besonderes Opfer aus dem italienischen Bistum Bergamo
Gratis Eintritt – darüber freut sich dieses Mal wohl nicht nur das Kirchenvolk: Ein besonderes Opfer bringen nämlich die Priester des norditalienischen Bistums Bergamo, der Heimatdiözese von Johannes XXIII. Nach dem Willen ihres Bischofs Francesco Beschi verzichten die Priester zugunsten bedürftiger Familien auf ein komplettes Monatsgehalt, erklärte ein Vertreter des Bistums am Montag im Vatikan. Bergamo wolle dem neuen Heiligen durch Wohltätigkeit ein Denkmal errichten, sagte Giulio Dellavite, Beauftragter des Bistums für die Heiligsprechung.
Ob der Heiligsprechung zweier Päpste zum ersten Mal auch zwei noch lebende beiwohnen, ist ungewiss: Die Teilnahme des emeritierten Papstes Benedikt XVI. (2005-2013) an der Zeremonie ist noch unsicher, sagte Vatikansprecher Lombardi. Seit dem ersten öffentlichen Auftritt Benedikts XVI. beim Konsistorium am 22. Februar im Petersdom gebe es zwar die Erwartung, dass der emeritierte Papst auch zur Heiligsprechung kommen werde; dies entscheide sich aber kurzfristig, ergänzte Lombardi. Es komme auch darauf an, wie sich Benedikt XVI. an diesem Tag fühle. Normalerweise lebt er zurückgezogen in dem vatikanischen Kloster "Mater ecclesiae". (mit Material von KNA)
Von Sophia Michalzik