Kuppel des Petersdoms wird restauriert
Am Petersdom im Vatikan wird derzeit die Kuppel restauriert. Bei den auf vier Jahre angelegten Arbeiten werden insbesondere die 16 doppelten Strebepfeiler der Kuppeltrommel renoviert, so Luca Virgilio, Architekt der Dombauhütte von Sankt Peter, in einem Beitrag der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Donnerstag). Demnach wird zunächst seit Herbst die dem Petersplatz zugewandte Seite in Angriff genommen. In einer zweiten Bauphase soll das rückwärtige, den Vatikanischen Gärten zugewandte Halbrund folgen.
Die Maßnahmen dienen nach Aussage Virgilios der Reinigung, Sicherung und dem Schutz der Bausubstanz der 36,6 Meter hohen Trommel. Dabei werde einerseits "der komplexen architektonischen Struktur der Basilika der alte Glanz wiedergegeben". Andererseits würden "die mechanischen Eigenschaften des Steins" gesichert, der das Bauwerk trägt. Zum Beginn werde eine Untersuchung mit einem Laserscanner durchgeführt, die "zum besseren Verständnis der komplexen architektonischen Struktur, die von Michelangelo und Giacomo Della Porta entworfen wurde, dient".
Eine daraus erstellte Grafik soll demnach alle Informationen über den Zustand des Bauwerks sowie die unterschiedlichen Veränderungen chemischer, physikalischer und mechanischer Art zusammenfassen. Entsprechend solle die Oberfläche des Travertins gereinigt, verfestigt und geschützt werden, ohne ihr jedoch die Patina der Jahrhunderte gänzlich zu nehmen. Außerdem werde man bei der Gelegenheit die Blitzableiteranlage überholen, so Virgilio.
Maßnahme bildet Abschluss der unter Johannes Paul II. begonnenen Arbeiten
Die Maßnahme bildet dem Bericht zufolge den Abschluss der bereits zum Jahr 2000 begonnenen Säuberung und Sicherung zunächst der Hauptfassade des Petersdomes. Ab 2007 folgten dann die weiteren Außenwände der Kirche sowie bereits zwei kleinere Kuppeln auf dem Dach. Die beiden anderen sollen nun ebenfalls folgen.
Die Hauptkuppel des Petersdoms geht auf Pläne von Michelangelo (1475-1564) zurück und gilt als das größte freitragende Ziegel-Bauwerk der Welt. 1591 wurde die Kuppel unter Giacomo della Porta (1535-1615) vollendet. Das 16-eckige Bauwerk hat einen Durchmesser von 42,34 Metern bei einer Höhe von 43,20 Metern.
Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung ist die Petersbasilika nicht die Bischofskirche des Papstes; das ist die römische Basilika San Giovanni in Laterano. In seinen Dimensionen stellt der von 1506 bis 1626 erbaute Petersdom jedoch mehrere "Rekorde" auf: Mit einer Gesamtlänge von 211 Metern ist er die längste Kirche der Welt. Auch bei der inneren Länge stellt die Päpstliche Basilika auf dem Vatikanhügel mit ihrem mehr als 186 Meter langen Kirchenschiff einen Weltrekord auf. Schließlich ist Sankt Peter im Bereich des Fassungsvermögens Spitzenreiter: Bis zu 60.000 Gottesdienstteilnehmer finden im Inneren Platz. (tmg/KNA)