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Papst fordert neuen Umgangston in der Gesellschaft

Mehr Respekt in Politik und Medien

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Papst Franziskus steht am Rednerpult und spricht mit ernsthaften Blick.
Vatikanstadt - Papst Franziskus hat einen respektvolleren Umgangston in den Medien angemahnt. Allzu leicht gebe man der Versuchung nach, Situationen in den sozialen Netzwerken auszunutzen und Öl ins Feuer der Angst und des Hasses zu gießen.

"Allzu leicht gibt man der Versuchung nach, solche Situationen auszunutzen und auf diese Weise Öl ins Feuer des Misstrauens, der Angst und des Hasses zu gießen", schreibt Franziskus. Stattdessen müssten Politiker und Journalisten mit ihren Worten Versöhnungsprozesse zwischen den Menschen einleiten. Dazu sei "positiver und kreativer Wagemut" nötig, der sich für Konfliktlösungen und einen dauerhaften Frieden einsetze.

Keine pauschalen Urteile über soziale Netzwerke

Gleichzeitig warnte der Papst vor pauschalen Vorwürfen gegenüber Internet-Chats und sozialen Netzwerken wie Facebook. "Auch E-Mail, SMS, soziale Netze und Chats können Formen ganz und gar menschlicher Kommunikation sein", heißt es in seiner Botschaft. Ob Kommunikation ein wirklicher Austausch werde, bestimme nicht die Technologie, "sondern das Herz des Menschen und seine Fähigkeit, die ihm zur Verfügung stehenden Mittel gut zu nutzen".

"Die sozialen Netze sind imstande, Beziehungen zu begünstigen und das Wohl der Gesellschaft zu fördern, aber sie können auch zu einer weiteren Polarisierung und Spaltung unter Menschen und Gruppen führen", erläuterte das Kirchenoberhaupt. Die digitale Welt sei "ein Ort der Begegnung, wo man liebkosen oder verletzen, eine fruchtbare Diskussion führen oder Rufmord begehen kann".

Linktipp: Verlust jeglicher Zivilisiertheit

Kardinal Rainer Maria Woelki hält es für "billig" und leicht, in Sozialen Netzwerken Hass zu verbreiten; derzeit vor allem gegen Flüchtlinge. Hasskommentare seien ein Zeichen "fehlender Einsicht in eine komplexe Wirklichkeit", so Woelki.

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In den digitalen Netzen hätten die Menschen eine Verantwortung für den anderen, "den wir nicht sehen, der aber real ist und seine Würde besitzt, die geachtet werden muss", erklärte Franziskus. Die neuen Kommunikationstechnologien hätten bei vielen Menschen zudem zu einer Horizonterweiterung geführt. Das sei "ein Geschenk Gottes", bringe aber gleichzeitig eine große Verantwortung mit sich.

Kirchliche Kommunikation muss respektvoller werden

Auch die katholische Kirche forderte der Papst zu einer respektvolleren Redeweise über Menschen auf, die Fehler begangen haben. Die kirchliche Kommunikation müsse die "Logik der krassen Trennung nach Sündern und Gerechten" überwinden. "Wir können und müssen über Situationen der Sünde - Gewalt, Korruption, Ausbeutung - richten, aber wir dürfen nicht über Menschen richten", betonte er. Ein solches Urteil stehe allein Gott zu. In kirchlichen Äußerungen dürfe niemals "hochmütiger Stolz des Triumphes über einen Feind" zum Ausdruck kommen, so Franziskus.

Der 1963 ins Leben gerufene katholische Welttag der sozialen Kommunikationsmittel wird in vielen Ländern am ersten Sonntag vor Pfingsten begangen. Das diesjährige Thema lautet: "Kommunikation und Barmherzigkeit - eine fruchtbare Begegnung". In Deutschland fällt der Tag traditionell auf den zweiten Sonntag im September. Der Papst veröffentlicht seine Botschaft zu diesem Thementag jährlich zum 24. Januar, dem Fest des heiligen Franz von Sales (1567-1622); er ist Patron der Journalisten. (jml/dpa/KNA)

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