Neue Kommunikationspräfektin: Habe mich nicht beworben
Die designierte Präfektin des vatikanischen Kommunikationsdikasteriums, Maria Montserrat Alvarado, hat in einem Interview Details zu ihrer Berufung verraten. "Ich habe mich nicht beworben", sagte sie in einem Interview mit "EWTN News" am Wochenende. Auf die Frage, ob Papst Leo XIV. sie persönlich angerufen habe, sagte Alvarado: "Das tut er tatsächlich, er geht wirklich auf die Menschen zu. Und das ist etwas ganz Besonderes." Solche Geschichten wolle sie aber "einfach in meinem Herzen bewahren", so die bisherige Präsidentin des konservativen Mediennetzwerks EWTN. "Aber es handelt sich um eine Ernennung durch den Heiligen Vater, die aus vielen Gründen sehr demütig macht."
Zum Grund für ihre Berufung erklärte Alvarado, dass sich die Welt gerade in einer Zeit befinde, in der digitale und traditionelle Kommunikation immer mehr miteinander verschmelzen. Diesen Wandel habe der Papst möglicherweise bei EWTN verfolgt. "Wir wissen, dass er der Catholic News Agency auf Twitter folgte", sagte die aus Mexiko stammende Journalistin und Medienmanagerin. "Es könnte also sein, dass er sich das angesehen hat, aber er suchte ganz klar nach einem Fachmann der nächsten Generation, und so Gott will, werde ich die Fußstapfen ausfüllen können."
"Etwas mehr Gebet gebraucht"
Sie sei sehr dankbar für die Möglichkeit. Gleichzeitig seien der Umzug in ein neues Land und das Erlernen einer neuen Sprache "große Hürden", die erst einmal überwunden werden müssten. Daher habe sie nicht sofort zugesagt. Dafür habe es "etwas mehr Gebet gebraucht, als ich gerne zugeben würde".
Ihre Aufgabe als Kommunikationspräfektin sieht Alvarado darin, Christus zu verkünden. Dafür habe sie keine eigene Vision, die sie aufdrängen wolle. "Ich nehme vielmehr eine Vision entgegen und setze sie um." Zu ihren Gesprächen mit Papst Leo XIV. sei sie daher mit Notizbuch und Stift gekommen. "Man kann ja nicht wirklich seinen Laptop mit zum Heiligen Vater nehmen." Sie sei gerade dabei, die Wünsche Leos kennenzulernen und zu erfahren, "was der Heilige Geist ihm wirklich als Auftrag für sein Pontifikat gegeben hat".
Im Interview sprach die 39-Jährige außerdem darüber, dass ihre Ehe annulliert wurde. "Das ist also etwas bizarr. Und ich glaube, mehr Menschen haben mit mir darüber gesprochen als über alles andere." So erzählten viele von ihren eigenen Bemühungen um eine Eheannullierung und den Wunsch, nach einer Scheidung mit der Kirche wiedervereint zu werden. Es herrsche viel Verwirrung um dieses Thema. Sie glaube zwar nicht, dass sie deshalb ausgewählt wurde. "Aber in allem steckt eine Vorsehung, nicht wahr? All unsere Fehler und unsere Schwächen – unser Herr wendet alles zum Guten."