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Papst fordert stärkeren Kampf gegen den Hunger

Nicht wegschauen!

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Drei Kinder sitzen auf dem Boden, eines löffelt Brei aus einer Schüssel.
Vatikanstadt/Köln - Papst Franziskus hat zum verstärkten Kampf gegen den Hunger in der Welt aufgerufen. Es sei ein Skandal, dass eine Milliarde Menschen nicht genug zu essen hätten, sagte er am Montag in einer Videobotschaft zum Start einer Anti-Hunger-Kampagne von Caritas Internationalis. "Wir können nicht wegschauen und so tun, als ob dies nicht existierte."

Die Abschaffung des Hungers ist nach Franziskus' Worten vor allem eine Frage des Willens. "Die Nahrung auf der Welt würde ausreichen, um alle satt zu machen", so der Papst. Lebensmittel und Ressourcen dürften nicht verschwendet werden. Durch ein bewusstes Konsum- und Alltagsverhalten könne jeder zu einer gerechteren Welt beitragen, sagte der Papst.

Der christliche Wille zum Teilen und zu Solidarität mit den Armen könne allen Menschen zu einem würdigeren Leben verhelfen. Die Institutionen weltweit und die Kirche rief Franziskus auf, die Menschheit als große Familie zu begreifen und denjenigen eine Stimme zu geben, "die leise am Hunger leiden".

Auch erinnerte Franziskus an das Vorbild Jesu, der im Neuen Testament eine große Menge mit wenig gesättigt habe. "Beten wir, dass Gott uns die Gnade gibt, eine Welt zu erleben, in der niemand mehr an Hunger sterben muss."

Die Aktion von Caritas Internationalis, dem Dachverband von 164 Caritas-Organisationen weltweit, steht unter dem Motto "Eine einzige menschliche Familie - Nahrung für alle".

Deutsche Hilfswerke leiden unter Limburg

Zugleich konstatierte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck einen negativen Einfluss der Ereignisse im Bistum Limburg auf die katholischen Hilfswerke. "Wir haben in den schwierigen Wochen, die hinter uns liegen, den Spendenrückgang sehr deutlich gemerkt", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Bischof Franz-Josef Overbeck hält eine Katechese beim Eucharistischen Kongress in Köln.
Bischof Franz-Josef Overbeck.

Overbeck zeigte Verständnis für die "ausgesprochene Sensibilität der Menschen" in der Frage des Umgangs mit Geld. "Zu Recht reagieren sie mit Unverständnis und Empörung, wenn sie den Eindruck bekommen, unser Verhalten passt nicht zu unserer Grundbotschaft oder gerät in unauflösbare Spannung dazu."

Es liege an der Kirche selbst, ihr Vermögen so verantwortungsvoll wie möglich zu verwalten und das auch offenzulegen, so der Bischof weiter. Mit Blick auf die Hilfswerke könne er nur mit deren Arbeit werben. Overbeck: "Da sage ich selbstbewusst: Qualität setzt sich durch."

Ähnliche Äußerungen gab es auch bereits von Misereor. Beim Hilfswerk seien bereits eine ganze Reihe Mails und Briefe verärgerter Spender eingegangen, berichtet der Leiter der Abteilung Spendenkontakt, Andreas Lohmann. "Es sind großer Ärger und große Verunsicherung spürbar." Der Grundtenor: "Fragt nicht mich nach Spenden, fragt den Bischof von Limburg!" Einen signifikanten Rückgang der Spenden habe Misereor noch nicht verzeichnen können. "Aber dafür ist es vielleicht auch noch zu früh", fürchtet Lohmann. (meu/KNA)

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