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Elftägige Lateinamerikareise

Papst an seinem ersten Reiseziel Uruguay gelandet

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Montevideo - Über 11.100 Flugkilometer legte Leo XIV. am Freitag zurück, um Südamerika zu erreichen. Hier will er in elf Tagen in Uruguay, Argentinien und Peru 50 Termine absolvieren.

Papst Leo XIV. ist am Freitag in Montevideo gelandet. Der Airbus A330-900 landete um 20.20 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Hauptstadt von Uruguay. Das kleine südamerikanische Land ist das erste Ziel der elftägigen Südamerikareise des Papstes, die ihn ab Sonntag nach Argentinien und ab Mittwoch in seine zweite Heimat Peru führen wird.

Zum Beginn seines Besuchsprogramms warb Leo XIV. um neues Vertrauen in die katholische Kirche. Die Kirche wolle mit all jenen zusammenarbeiten, die sich für das Gemeinwohl und die Würde eines jeden Menschen einsetzen, sagte er in Uruguays Hauptstadt Montevideo. Uruguay gilt als der am stärksten säkularisierte Staat Südamerikas. Knapp die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet sich als religionslos.

Präsident Yamandú Orsi hieß den Papst auf der Plaza Independencia in der Hauptstadt offiziell willkommen. Orsi nannte den Besuch einen Anlass, sich auf gemeinsame Werte und auf die Sorge um das Gemeinwohl zu besinnen. Der Staat könne nicht alle Aufgaben allein leisten, sagte der Präsident. Orsi, der selbst keiner Religionsgemeinschaft angehört, lobte die Rolle der katholischen Kirche auf dem Feld des Sozialen und hob zugleich die gesellschaftliche Pluralität hervor. Zum Empfang waren zehntausende Besucher gekommen.

Leo XIV. betonte in seiner Rede vor Regierungsvertretern und Diplomaten, ungeachtet des säkularen Charakter des Staates dürfe niemand gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln. Ebenso dürfe man niemand daran hindern, auch im öffentlichen Raum Gewissensentscheidungen zu folgen. Die Neutralität des Staates verlange nicht, dass Religion sich auf den privaten Bereich beschränken müsse.

Papst mahnt Schutz ungeborenen Lebens an

Leo XIV. würdigte die Rolle des kleinen Uruguay im südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur. In einer Zeit, in der Differenzen leicht zu Gründen für Konflikte würden, stelle das beharrliche Festhalten an der Achtung des Rechts, an Verhandlungen und an der geduldigen Suche nach Einigung einen Dienst dar, den Uruguay seinen Nachbarländern erweisen könne, sagte der Papst. Präsident Orsi hat derzeit den Vorsitz der Mercosur-Staaten. Weiter lobte der Leo XIV. die ambitionierte Energiewende Uruguays hin zu erneuerbaren Energien.

In Zusammenhang mit der Geburtenentwicklung in Uruguay mahnte Leo XIV. den Schutz ungeborener Kinder und Unterstützung für Familien an. "Wer noch nicht geboren ist, gehört bereits zur Menschheitsfamilie und zur Zukunft seines Volkes", sagte der Papst. Er äußerte auch Sorge über die Suizidrate, die zu den höchsten in Lateinamerika gehört. Weiter nannte er es die Verantwortung der Gesellschaft, die Gesundheitsfürsorge jedem Menschen unabhängig von seinen finanziellen Mitteln zugänglich zu machen.

Dabei betonte der Papst, die Kirche wolle mit allen zusammenarbeiten, die sich für Linderung von Leid einsetzten. Zu dieser gemeinsamen Aufgabe trage sie das bei, "was ihr eigen ist: eine Hoffnung, die nicht erlischt, wenn die menschlichen Mittel an ihre Grenzen stoßen". Auch erinnere sie an den Sinn und den Wert des Lebens.

Am Samstag setzt er sein Programm mit einem Besuch in der Stadt Paysandú an der Grenze zu Argentinien fort.

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