Papst: Glaubenszeugnis des Stephanus ist mehr als schönes Vorbild
Papst Franziskus hat zum Gebet für verfolgte Christen aufgerufen. "Derer gibt es leider sehr viele, mehr als in der Anfangszeit der Kirche", sagte das Kirchenoberhaupt beim Mittagsgebet am Samstag im Vatikan. Anlass ist der Gedenktag des ersten christlichen Märtyrers Stephanus, von dem im Neuen Testament berichtet wird: Während seine Feinde ihn steinigten, betete Stephanus und verzieh ihnen.
Da wegen der in Italien geltenden Ausgangssperre keine Menschen auf den Petersplatz kommen konnten, wurde die kurze Ansprache des Papstes nur im Fernsehen und online übertragen. Abschließend warb Franziskus noch einmal um Verständnis für die behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. In den vergangenen Monaten hatte Franziskus wieder vom Fenster des Apostolischen Palastes aus gesprochen; dabei waren jeweils einige Hunderte Menschen auf dem Petersplatz.
Gesten der Liebe könnten Geschichte verändern
Ein Glaubenszeugnis wie das des Stephanus sei mehr als ein schönes Vorbild, sagte der Papst. Solche Gesten der Liebe könnten Geschichte verändern. So habe Stephanus' Verhalten bei einem der Zeugen der Hinrichtung, Saulus, etwas in Gang gesetzt, das später in dessen Bekehrung mündete und ihn als Paulus zu einem der wichtigsten christlichen Verkündiger machte.
Vergebung, Deeskalation und Liebe seien nicht nur in solchen Extremsituationen gefordert. "Wenn wir etwas Falsches sehen", so der Papst, "anstatt bloß zu kritisieren, tratschen und klagen – beten wir für diejenigen, die Unrecht getan haben, und für die schwierige Situation." Wer bei häuslichem Streit versuche, diesen zu entschärfen und zu vergeben, "anstatt nur zu gewinnen und jedes Mal wieder von vorne anzufangen", sei ein christlicher Zeuge, weil er nach dem Vorbild Jesu handle. (KNA)