Papst: Ich bete für den Erfolg der Friedensverhandlungen
Papst Leo XIV. hat seinen Appell für Frieden in der Welt erneuert. "Beten wir dafür, dass die Bemühungen zur Beendigung von Kriegen und zur Förderung des Friedens erfolgreich sind", sagte er am Sonntag in Castel Gandolfo. Das Gemeinwohl der Völker müsse bei Verhandlungen stets an erster Stelle stehen, so der Papst, ohne einzelne Länder oder Konflikte zu nennen. Weiter erinnerte er beim Mittagsgebet auf dem voll besetzten Hauptplatz seines Urlaubsortes an die Menschen in Pakistan, Indien und Nepal, die derzeit von heftigen Überschwemmungen betroffen seien. Er bete für alle, die unter dieser Katastrophe leiden.
Zuvor ging Leo auf einen Bibeltext aus dem Lukas-Evangelium ein, in dem Jesus seine Jünger darauf vorbereitet, dass seine Mission und auch die seiner Nachfolger nicht "rosig" sei, sondern "ein Zeichen des Widerspruchs". Tatsächlich seien viele der Gemeinden, die seine Botschaft der Liebe friedlich verkündet hätten, verfolgt worden. Auch heute stoße das Gute nicht immer auf positive Resonanz, gab Leo zu bedenken. "Im Gegenteil: Manchmal begegnet derjenige, der Gutes tut, gerade weil dessen Schönheit diejenigen stört, die es nicht annehmen, heftigem Widerstand, bis hin zu Übergriffen und Unterdrückung", sagte der Papst.
Nicht mit Rache auf Gewalt reagieren
"In der Wahrheit zu handeln kostet, weil es in der Welt diejenigen gibt, die sich für die Lüge entscheiden, und weil der Teufel sich dies zunutze macht und oft versucht, das Handeln der Guten zu behindern." Doch Jesus lade die Menschen ein, sich dieser Denkweise nicht anzupassen, "sondern weiterhin für unser eigenes Wohl und das aller Menschen zu handeln, auch derjenigen, die uns Leid zufügen", betonte Leo. "Er lädt uns ein, nicht mit Rache auf Übergriffe zu reagieren, sondern der Wahrheit in Liebe treu zu bleiben."
Als alltägliche Beispiele verwies der Papst auf "gute Eltern, die ihre Kinder nach gesunden Prinzipien" erziehen wollen: "Früher oder später werden sie 'Nein' sagen und Korrekturen vornehmen müssen, wofür sie zu leiden haben werden." Das Gleiche gelte für Lehrer, die ihre Schüler richtig heranbilden möchten, für Berufstätige, Ordensleute, Politiker, "die sich vorgenommen haben, ihre Aufgabe redlich zu erfüllen, und für alle, die sich bemühen, ihre Verantwortung konsequent gemäß den Lehren des Evangeliums auszuüben", sagte Leo XIV. Die Christen sollten darauf achten, dass sie nicht den Menschen, sondern Gott gefallen, zitierte er den Heiligen Ignatius von Antiochien. Er rief zum Gebet auf für alle, die heute wegen ihres Glaubens leiden. (KNA)