Papst kritisiert Priester mit "Doppelleben"
Priester mit einem Doppelleben sind laut Papst Franziskus "eine Wunde für die Kirche". Es sei schrecklich, zu sehen, wenn Seelsorger nicht leben würden, was sie predigen, sagte er am Dienstag im Vatikan. Bei seiner werktäglichen Morgenmesse betonte der Papst laut "Vatican News", Priester müssten sowohl Gott, als auch den Menschen nahe sein. Andernfalls seien sie "kranke Hirten" und würden "mit dem Doppelleben weiter machen".
Der Papst bezog sich in seiner Predigt auf die Aussage aus dem Tagesevangelium (Mk 1,21-28), wonach Jesus "lehrte wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten". Diese Vollmacht ergebe sich einerseits aus der Nähe zu Gott, andererseits aus der Nähe zu den Menschen. Ein guter Hirte lasse sich "von der Gnade Gottes im Gebet" sowie auch "von den Sünden, Problemen und Krankheiten der Menschen anrühren". Gerade wenn diese Nähe zu den Menschen verloren ginge, würde der Priester ein "inkohärentes Leben" führen, erklärte Franziskus. Die Gläubigen müssten sich nicht nur an den Worten, sondern auch am Leben ihrer Hirten ein Vorbild nehmen können.
Papst an "kranke Hirten": Nicht die Hoffnung verlieren
Weiter betonte der Papst: "Die Vollmacht ist ein Geschenk Gottes", das die Hirten auch verlieren könnten. Zugleich ermutigte Franziskus solche Priester, nicht die Hoffnung zu verlieren. Als Beispiel verwies er auf den Priester Eli aus der Lesung des Tages (1 Sam 1,9-20). Dieser habe die betende Hanna zunächst für eine nichtsnutzige Frau gehalten und sich von ihr distanziert. Schließlich sei er dennoch auf sie zugegangen, habe sie gesegnet und sein Segen sei wirksam geworden, erklärte Franziskus. "Es gibt immer eine Lösung." (kim)