Papst mahnt zum Schutz von Ungeborenen und Kranken
Papst Franziskus hat zum Lebensschutz gemahnt. Die christliche Liebe für andere müsse zu einer Konstante im Alltag werden, sagte er bei seinem Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Deshalb müsse "in der Konsequenz das Leben geschützt und geliebt werden, von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Verlöschen". Kranke hätten auch im letzten Stadium "jede mögliche Hilfe" zu erhalten, betonte das Kirchenoberhaupt. Ungeborene müssten stets angenommen werden. Alte Menschen seien trotz Kosten und Problemen als "kostbarer Schatz und mit Liebe" zu hüten.
Alle Gebote Jesu seien in dem einen zusammengefasst: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe", sagte der Papst. Dies verlange eine "Verfügbarkeit gegenüber jedem Bruder und jeder Schwester" ungeachtet der Person und der Umstände. Christen müssten darauf achten, sich nicht durch Egoismus und Sünde von der Liebe Gottes zu trennen. Dies sei "ein anspruchsvolles Programm, aber nicht unmöglich", sagte Franziskus.
Aufruf zum Einsatz für minderjährige Gewaltopfer
Das Kirchenoberhaupt rief außerdem zum Einsatz für minderjährige Gewaltopfer auf. Konkret würdigte er auf dem Petersplatz das Engagement der Organisation "Meter" in ihrem Kampf gegen Kinderpornografie, sexuellen Missbrauch und andere Formen von Gewalt. "Meter", 1989 vom katholischen Priester Fortunato Di Noto gegründet, begeht den ersten Sonntag im Mai jeweils als Aktionstag gegen Gewalt gegen Minderjährige.
Am Samstag hatte Papst Franziskus in einem Tweet das Recht auf körperliche Unversehrtheit betont. "Jede Beleidigung, Verletzung oder Gewalt, die wir dem Leib unseres Nächsten zufügen, ist ein Unrecht gegen den Schöpfergott, unseren Vater", schrieb er in einer Botschaft auf dem Kurznachrichtendienst. Vergangene Woche hatte Franziskus drei Missbrauchsopfer aus Chile zu Gast, um mit ihnen die Ursachen der Missbrauchskrise in der katholischen Kirche und mögliche Konsequenzen daraus zu erörtern.
Gruß an neue Schweizergardisten
Während des Mittagsgebets begrüßte Franziskus auch die neuen Schweizergardisten, die am Sonntag feierlich vereidigt werden. Auf dem Petersplatz wandte sich der Papst eigens an die Rekruten und ihre Angehörigen und lobte das "historische und verdienstvolle Korps". Am Sonntagnachmittag legen 32 Gardisten feierlich den Schwur ab, ihren Dienst für den Papst gewissenhaft und notfalls bis zur Hingabe ihres Lebens zu erfüllen. Das traditionelle Datum der Vereidigung am 6. Mai erinnert an den "Sacco di Roma", die Plünderung Roms durch Landsknechte Kaiser Karls V. im Jahr 1527, als 147 Schweizergardisten bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. (1523-1534) starben. (stz/KNA)