Papst: Mehr Unterstützung für Jugendliche
Papst Franziskus hat sich zum Jahreswechsel für die Jugend starkgemacht. Jeder müsse sich persönlich engagieren, "um den jungen Menschen zu helfen, hier in ihrem Land, in ihrer Heimat wieder konkrete Horizonte für eine Zukunft zu finden, die sie aufbauen können", forderte er am Samstag im Petersdom. In seiner Jahresabschluss-Predigt kritisierte das Kirchenoberhaupt Jugendarbeitslosigkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse, die viele zur Abwanderung zwängen. Franziskus verlangte stattdessen "würdige, freie, kreative, beteiligte und solidarische Arbeit". Verantwortung für die Jugend und ihre Zukunft zu übernehmen, sei eine "moralische Pflicht".
"Anstelle von würdigen, echten Arbeiten, die ihnen erlauben, aktive Hauptfiguren im Leben unserer Gesellschaft zu sein, haben wir der Spekulation den Vorrang gegeben", so der Papst. Er verurteilte eine Kultur, "die einerseits die Jugend vergöttert und versucht, diese Phase ewig hinauszuziehen", und andererseits für die Jugendlichen selbst keinen Platz biete.
Der Papst in Mexiko, auf Lesbos, in Auschwitz: Der Vatikan hat bedeutende Momente des Jahres 2016 in einem Video-Rückblick zusammengeschnitten. Die Kamera hat auch sehr Bewegendes festgehalten.
Er rief dazu auf, vor der Krippe innezuhalten, Gott zu danken und sich zu besinnen. Zudem forderte er eine "Logik der Begegnung, der Nähe, der unmittelbaren Nachbarschaft" anstelle einer "Logik des Privilegs", die andere ausschließe. "Wir können es uns nicht leisten, blauäugig zu sein. Wir wissen, dass wir von verschiedenen Seiten aus versucht sind, in dieser Logik des Privilegs zu leben, die uns trennt", so Franziskus. Er erinnerte daran, dass Gott in Christus Mensch geworden sei, um allen nahe zu sein, "die sich verloren, gedemütigt, verletzt, entmutigt, trostlos und eingeschüchtert fühlen".
Im Vertrauen auf Gott die Zukunft annehmen
Für die Zukunft seien "Initiativen voller Wagemut und Hoffnung" nötig, sowie der "Verzicht auf endlose Kämpfe, um in Erscheinung zu treten". Die Menschen müssten sich eingestehen, dass sie Gottes Hilfe brauchten, um sich zu bessern: "Denn nicht selten erscheinen wir kurzsichtig oder bleiben in dem ausgeprägten Mainstream-Verhalten dessen verhaftet, der die anderen mit Gewalt in die eigenen Schemen pressen will." Der Papst ermutigte dazu, im Vertrauen auf Gott die Zukunft anzunehmen.
Zum Abschluss erklang das Weihnachtslied "Adeste, fideles" im Petersdom. Anschließend besuchte der Papst wie üblich die Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz. Sie stammt diesmal aus Malta. (jhe/KNA)