Papst ruft zu Bescheidenheit im Advent auf
Papst Franziskus hat zu Bescheidenheit in der Adventszeit aufgerufen. Die Wochen vor Weihnachten seien eine "Einladung zur Einfachheit", sagte er am Sonntag beim traditionellen Angelus-Gebet auf dem Petersplatz in Rom. Wer sich von materiellen Dingen dominieren lasse, sei nicht imstande, das Wesentliche zu sehen, so Franziskus. Dies sei die Begegnung mit Gott.
Franziskus ermunterte zugleich dazu, im Advent aus dem Alltagstrott auszubrechen. "Im Advent sind wir aufgerufen, den Horizont unseres Herzens zu erweitern und uns vom Leben mit seinen täglichen Neuigkeiten überraschen zu lassen", sagte der Papst. Christen müssten lernen, unabhängig von hergebrachten Sicherheiten und eingeschliffenen Verhaltensmustern zu leben. Denn Gott komme dann, wenn es der Mensch nicht erwarte. Der Advent sei deshalb auch eine "Einladung zur Wachsamkeit".
"Dem Reich der Gerechtigkeit und des Friedens entgegen"
In einer Twitter-Botschaft schrieb Franziskus: "Im Advent setzen wir uns in Bewegung - der Zeit, Jesus, dem Reich der Gerechtigkeit und des Friedens entgegen."
Im Münchner Liebfrauendom eröffnete das katholische Hilfswerk Adveniat derweil am Sonntag seine bundesweite Weihnachtsaktion. Bis zum 25. Dezember wird in Gottesdiensten und mit Spendenbriefen Geld für die Kirche in Lateinamerika gesammelt. In diesem Jahr steht unter dem Leitwort "Bedrohte Schöpfung - bedrohte Völker" die Amazonasregion im Mittelpunkt, wo die Abholzung des Regenwaldes die Umwelt und die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung zerstört.
Marx: Gläubigen sollen Schutzmacht sein für das gemeinsame Haus
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, rief die Gläubigen bei dem Gottesdienst in der Frauenkirche dazu auf, "Schutzmacht zu sein für das gemeinsame Haus aller Menschen". Die Güter der Erde müssten allen zugutekommen und für alle bewahrt werden. "Daran halten wir fest, auch in einer Zeit, in der Abgrenzung und das Nationale stärker zu werden scheinen", sagte der Erzbischof von München und Freising.
Christen sollten nach den Worten von Marx dagegenhalten, wenn sie als "naive Träumer" und "Weltverbesserer" hingestellt würden. "Wir alle sind zuerst Menschen. Dazu gehört, mit der Vielfalt umzugehen, Respekt für den anderen zu haben, ohne Vorurteile auszukommen, neugierig auf den anderen zu sein, nicht alle Unterschiede nach unseren eigenen Vorstellungen einzuebnen." (stz/KNA)
Jenseits der großen Konflikte tobt im Amazonasgebiet der Kampf ums Erdöl. Die Bewahrung der dortigen Schöpfung steht im Fokus der heute startenden Weihnachtsaktion des katholischen Hilfswerks Adveniat.