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Kämpfe im Heiligen Land dauern an

Papst ruft zum Frieden auf

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Papst Franziskus am 17. März 2013 bei seinem ersten Angelusgebet
Bonn/Vatikan - Papst Franziskus hat beim traditionellen Angelus-Gebet zum Frieden im Heiligen Land aufgerufen. "Ich bitte euch weiter für Frieden im Heiligen Land zu beten", sagte er am Sonntag vor mehreren Zehntausend Gläubigen auf dem Petersplatz am Mittag. Sichtlich bedrückt erklärte er, dass er in diesen Tagen immer wieder an das gemeinsame Friedensgebet mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israels Staatspräsident Schimon Peres im Vatikan zurückdenke.

Damals habe man gemeinsam für das Geschenk des Friedens gebetet, sagte Franziskus. Das Gebet an Pfingsten war auf seine Initiative hin entstanden: Während seines Besuches im Heiligen Land im Mai hatte Franziskus Schimon Peres und Mahmud Abbas zu einem Friedensgebet in die Vatikanischen Gärten eingeladen.

"Manch einer mag sich jetzt vielleicht fragen, ob dieses Gebet angesichts der derzeitigen Ereignisse nicht umsonst gewesen sei", sagte der Papst nun in seiner Ansprache auf dem Petersplatz. Doch dem sie nicht so: "Ein Gebet hilft dabei, uns nicht vom Bösen besiegen zu lassen", betonte er. Er rufe nun alle Parteien und all diejenigen mit politischer Verantwortung dazu auf, kein Gebet zum Frieden im Heiligen Land zu unterlassen.

Papst bittet um Werkzeuge des Friedens

Anschließend betete er selbst mit den Gläubigen auf dem Petersplatz: "Flöße uns den Mut ein, ganz konkret am Frieden zu bauen", sagte er. "Wir wollen die Waffen gegen Werkzeuge des Friedens tauschen." Die Welt brauche statt Angst Hoffnung und statt Spannungen die Bereitschaft, zu verzeihen.

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Ungeachtet der weltweiten Sorge vor einer weiteren Eskalation der Lage gehen die Kämpfe in Israel und im Gazastreifen weiter. Fünf Tage nach Beginn der israelischen Militäroffensive gegen militante Palästinenser hat erstmals eine Kommandoeinheit am Boden eingegriffen. Die Elitetruppen landeten in der Nacht zum Sonntag an der Küste des Gazastreifens und gingen gegen Abschussrampen vor. Von dort sollen Raketen mit größerer Reichweite auf Israel abgefeuert worden sein.

Mehr als 166 Tote

Die Zahl der palästinensischen Toten ist mittlerweile auf 166 gestiegen. 1.120 Menschen seien seit Beginn der Offensive verletzt worden, teilte der Sprecher der örtlichen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra, am Sonntag über Twitter mit.

Israel hatte die Operation in der Nacht zum Dienstag gestartet, um den ständigen Raketenbeschuss israelischer Ortschaften durch militante Palästinenser zu unterbinden. Seitdem bombardierte die Armee nach eigenen Angaben 1.320 Ziele in der Mittelmeer-Enklave, zuletzt allein 200 binnen 24 Stunden. Gleichzeitig gingen demnach mehr als 800 Raketen der Hamas auf israelischem Gebiet nieder, rund 140 davon seien von der Raketenabwehr in der Luft abgefangen worden, sagte ein Armeesprecher. Auslöser der jüngsten Eskalation der Gewalt waren die Entführung und Ermordung von drei israelischen Teenagern und der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jungen. (mit Material von dpa)

Von Sophia Michalzik

Chronologie der Ereignisse

12. Juni 2014: Drei jüdische Religionsschüler zwischen 16 und 19 Jahren verschwinden in einer Siedlung bei Bethlehem (Westjordanland). 15. Juni: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beschuldigt die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas der Entführung. Auf der Suche nach den Jugendlichen riegelt die Armee das südliche Westjordanland ab. 18. Juni: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilt die Entführung und fordert die Freilassung der Jugendlichen. Israels Armee hat bei Razzien viele Hamas-Mitglieder festgenommen. 26. Juni: Israels Geheimdienst hat die Entführer identifiziert. Es handele sich um zwei Ex-Häftlinge aus Hebron, Mitglieder der Hamas. 30. Juni: Die Leichen der Vermissten werden bei Hebron gefunden. In der Nacht fliegt Israels Luftwaffe Angriffe auf Ziele im Gazastreifen. Zuvor war Israel mit Kleinraketen beschossen worden. 2. Juli: Die Leiche eines verschleppten 16-jährigen Arabers wird in einem Wald bei Jerusalem gefunden. Seine Familie beschuldigt israelische Siedler des Mordes. Im arabischen Ostteil Jerusalems kommt es zu schweren Krawallen. 6. Juli: Israels Polizei nimmt sechs Juden fest, die den jungen Palästinenser aus Rache und Hass auf Araber ermordet haben sollen. Drei von ihnen gestehen die Tat kurz darauf. 8./9. Juli: Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen fliegen israelische Kampfflugzeuge Dutzende Angriffe. Ein Geschoss der Hamas schlägt knapp 120 Kilometer vom Gazastreifen entfernt ein. 10./11. Juli: Wenige Tage nach Beginn der Offensive steigt die Zahl der Getöteten im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben auf über 100. Militante Palästinensergruppen nehmen erstmals den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ins Visier. Auch aus dem Libanon werden Raketen auf Israel abgefeuert. US-Präsident Barack Obama bietet sich als Vermittler an. Netanjahu erwägt einen zeitlich befristeten Einmarsch von Bodentruppen. 13. Juli: Fünf Tage nach Beginn der israelischen Luftangriffe greift erstmals eine Kommandoeinheit am Boden ein und geht gegen Abschussrampen der Hamas-Milizen vor. Vier Soldaten werden bei Schusswechseln mit militanten Palästinensern verletzt, ehe sich die israelischen Elitetruppen wieder zurückziehen. Am Rande der Atomgespräche in Wien erkunden die Außenminister der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands Möglichkeiten einer Waffenruhe. (dpa)

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