Papst: Wir brauchen politische Führung statt Parolen
Papst Franziskus vermisst angesichts der globalen Herausforderungen durch Klimawandel und Migration echte politische Führung. "Wir brauchen keine eingeworfenen Parolen, die oftmals leer bleiben, und auch keinen Kampf zwischen Parteien um die Vorrangstellung", hieß es in einer am Freitag vom Vatikan veröffentlichten Botschaft des Kirchenoberhaupts an einen internationalen Theologenkongress. Nötig seien vielmehr "Personen und Institutionen, die zu einer erneuerten Führerschaft fähig sind". Der Notwendigkeit, Brücken statt Mauern zu bauen, stünden allerdings zeitweilig Angst und "Formen der Regression" entgegen.
Auch innerhalb der Ethik und Theologie verlangte Franziskus ein Umdenken. Die ökologische Krise schaffe "schwere Ungleichgewichte" nicht nur im Verhältnis zwischen Mensch und Natur, sondern auch zwischen Generationen und Nationen. Die Umweltfrage bilde damit den "breiteren Hintergrund für das Verständnis sowohl der ökologischen Ethik wie der Sozialethik".
Papst Franziskus äußerte sich in einer Botschaft an katholische Ethiker, die seit Donnerstag in Sarajevo tagen. An der Konferenz in der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina nehmen nach Veranstalterangaben rund 500 Theologen aus 80 Ländern teil. Sie steht unter dem Thema "Building Bridges for the Future" und endet am Montag. Es ist die dritte derartige Konferenz, die zuvor in Padua (2006) und Trient (2010) zu Gast war. (kim/KNA)