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Kilian Martin über "Amoris laetitia" und die "Dubia"

Schaffen Sie Klarheit, Herr Kardinal!

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Schachfigur
Bonn - Kilian Martin über "Amoris laetitia" und die "Dubia"

Wann lässt Kardinal Raymond Leo Burke seinen Worten Taten folgen und korrigiert den Papst? Ankündigungen gibt es mittlerweile zur Genüge, allein die Umsetzung fehlt. Rekapitulieren wir: Im vergangenen November wurden die "Dubia", die theologischen Zweifel, der vier Kardinäle Burke, Meisner, Brandmüller und Caffarra am Apostolischen Schreiben "Amoris laetitia" öffentlich. Zuvor hatten sie bereits seit zwei Monaten auf eine Antwort vom Papst gewartet. Im Dezember, immer noch ohne Meldung von Franziskus, erklärte Burke, er werde das Heft nun selbst in die Hand nehmen und die Unklarheiten im päpstlichen Schreiben öffentlich klarstellen. Passiert ist seither: nichts.

Es ist gut, dass die innerkirchliche Öffentlichkeit so schwierige Fragen wie die des Sakramentenempfangs wiederverheirateter Geschiedener diskutiert. In diesem Sinne konnte sogar die Veröffentlichung der "Dubia" anfangs als Debattenbeitrag verstanden werden. Mit ihrem Verhalten der vergangenen Monate haben die Kardinäle ihr Anliegen jedoch diskreditiert. Denn von einer Bereitschaft zur Diskussion, zum Hören der Argumente der Gegenseite war da keine Spur. Es fällt zunehmend schwer, zu glauben, dass die vorgebrachten Zweifel den Worten des Papstes und nicht nur seiner Person gelten.

Burke, als medial präsenter Wortführer der zweifelnden Vier, leistet mit seinen beharrlich wiederholten Aussagen vor allem sich selbst einen Bärendienst. Denn mit seinen leeren Drohungen bringt er letztlich nur sich selbst in Misskredit. Dass ihm weiterhin viele Unterstützer zur Seite stehen und sein Ansinnen verteidigen, tut weder ihm, dem Papst, noch der Kirche im Ganzen gut. Denn die Auseinandersetzung Burke gegen Papst geht längst nicht mehr um einen angeblichen Bruch in Moral und Dogmatik. Wäre es so, hätte der Kardinal seine "Korrektur" ja längst vornehmen können; sogar mit Rückendeckung des Lehramtes. Diesen Beweis ist Burke der Kirche jedoch weiterhin schuldig. Der Kardinal sollte also endlich für Klarheit sorgen und seinen Worten Taten folgen lassen.

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