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Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl verabschiedet ehemaligen Abtprimas

Schavan: Wolf ist ein Brückenbauer par excellence

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Notker Wolf im Porträt
Rom - Die deutsche Vatikan-Botschafterin Anette Schavan hat das Wirken des ehemaligen Abtprimas Notker Wolf gewürdigt. Der Benediktiner habe sich vor allem in einer Bewährungsprobe für Europa verdient gemacht.

Der frühere Abtprimas Notker Wolf ist bei einem Empfang in der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl offiziell aus Rom verabschiedet worden. Botschafterin Annette Schavan würdigte den 76-jährigen Benediktiner als "Brückenbauer par excellence". Als Vorsteher einer weltweiten Benediktinergemeinschaft sei Wolf immer wieder in andere Weltteile und Kulturen aufgebrochen, sagte sie beim Empfang zum Tag der Deutschen Einheit am Montag in Rom. Damit habe der Ordensmann vielen Menschen "die Angst vor Aufbrüchen und vor neuen Wegen genommen".

Als ein Mann, der 16 Jahre lang weltweit 22.000 Benediktinern und Benediktinerinnen vorstand, habe Wolf "wie kaum ein anderer Menschen Wege zu den Quellen aufgezeigt", so Schavan. Mit seinem Leben und Wirken erinnere er an den "wesentlichen Beitrag zur Kultivierung Europas", den die Benediktiner geleistet hätten.

Schavan: Christentum kann Europa verändern

Weiter mahnte die Botschafterin, Europa müsse "seinen kulturellen und spirituellen Quellen mehr Aufmerksamkeit schenken". Dazu gehöre das Christentum. Dieses sei "ungeeignet gegen jede Art von Abschottung", betonte Schavan. Das Christentum sei keine Kraft gegen Veränderung, sondern im Gegenteil "zur Veränderung und Erneuerung aus der Liebe und Vergebung, die Gott uns schenkt". Daher könnten Christen auch "in dieser Bewährungsprobe, in der Europa steht, aus vollen Herzen sagen: 'Wir schaffen das'", so die Botschafterin.

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Die Benediktiner stehen vor der Wahl eines neuen Abtprimas. Zwar ist der Mitgliederschwund bei ihnen nicht so stark wie bei anderen katholischen Orden, aber es gibt auch noch andere Herausforderungen. (Artikel von September 2016)

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Wolf warb in seinem Dankeswort ebenfalls für Offenheit gegenüber anderen. Die Gastfreundschaft nehme eine hohe Stellung in der benediktinischen Regel und Tradition ein, betonte er. Der aus dem Allgäu stammende Wolf besuchte das Gymnasium der Missionsbenediktiner in Sankt Ottilien und trat nach seinem Abitur 1961 in den Orden ein. Sein Philosophie-Studium absolvierte er an der Päpstlichen Hochschule Sant'Anselmo in Rom; in München schrieb er sich für Theologie und Naturwissenschaften ein. Später lehrte Wolf Naturphilosophie In Sant'Anselmo.

Wolf will Ruhestand in St. Ottilien verbringen

Von 1977 bis 2000 war Wolf Erzabt in Sankt Ottilien; dann wurde er zum Abtprimas des Ordens auf dem Aventin in Rom gewählt. Mit seiner Band "Feedback" wurde Wolf auch als "rockender Abt" bekannt. Nach dem Ende seiner Amtszeit in Rom kehrt er zurück nach Sankt Ottilien. Sein Nachfolger in Rom ist der US-amerikanische Abt und Bibelwissenschaftler Gregory Polan (66). (KNA)

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