Suche
Papst Franziskus sprach am Donnerstag über Priester, Bischöfe und die christliche Familie

"Schreibtischjobs" für schlechte Beichtväter

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Papst Franziskus beim Angelusgebet.
Vatikanstadt - Unbarmherzige Priester sollten sich lieber einen "Schreibtischjob" geben lassen, sagte Papst Franziskus bei der Morgenmesse am Donnerstag. Außerdem ermahnte Neu-Bischöfe, sich nicht von den Gläubigen abzuschotten.

Priestern, die vor dem Abnehmen der Beichte nervös sind, empfahl er, sich vom Arzt Beruhigungspillen verschreiben zu lassen. Das Kirchenoberhaupt verwies auf Jesus, der Frieden in den Herzen der Gläubigen stifte. "Aber sind wir Gott dankbar hierfür?", fragte Franziskus. Angesichts von Krisen, Kriegen und Katastrophen erhalte man einen anderen Eindruck.

Dabei müsse es sich nicht unbedingt um einen Waffenkonflikt handeln, denn viele Menschen führten "mit ihrer Zunge Kriege", erklärte er. Das Schlüsselwort heiße "Versöhnung", fuhr Franziskus fort. Denn wer nicht vergeben könne, sei kein Christ. "Wenn du nicht verzeihst, dann kannst du auch nicht den Frieden des Herrn erhalten", so der Papst.

Glückliche Familien sollen den verletzten beistehen

Bei einer Ansprache vor rund 400 Mitgliedern der katholischen Gemeinschaft "Equipes Notre-Dame" beklagte das Kirchenoberhaupt Angriffe auf das christliche Familienbild. Die Familie aus Mann und Frau, die dem Wohl der Eheleute und der Fortpflanzung diene, werde heute durch "einflussreiche Projekte deformiert", sagte Franziskus. Er forderte dazu auf, dem mit einer verstärkten geistlichen Begleitung junger Paare entgegenzuwirken.

Als Beispiel nannte der Papst Ehevorbereitungskurse. Das Vorbild einer glücklichen christlichen Familie bringe zwar auch ohne Worte die Liebe Gottes zu allen Menschen zum Ausdruck; das allein reiche jedoch nicht aus. Franziskus forderte "glückliche Ehepaare" auf, jenen Familien beizustehen, die aus den verschiedensten Gründen - ob Arbeitslosigkeit, Armut, Krankheit oder anderen Sorgen - verletzt seien. Ebenso rief der Papst die Paare der katholischen Gemeinschaft dazu auf, die Barmherzigkeit Christi und der Kirche jenen Menschen entgegenzubringen, deren Ehe gescheitert ist. "Vergesst nicht, dass eure eheliche Treue ein Geschenk von Gott ist und dass er jedem von uns auch schon Barmherzigkeit hat zuteil werden lassen", appellierte Franziskus.

Bischöfe müssen Begegnung suchen

Rund 110 in den vergangenen Monaten ernannte Bischöfe, die an einem vatikanischen Einführungsseminar teilnehmen, mahnte der Papst, diese sollten kein "Süßholz über Schwache und Verlorene raspeln". Sie müssten "Zeugen des auferstandenen Christus" sein - auch wenn dies in einer scheinbar mit sich selbst zufriedenen Welt, die endgültige Fragen unterdrücke, nicht leicht sei, so Franziskus.

Trotzdem sollten sich die Bischöfe nach den Worten des Kirchenoberhauptes nicht vor ihren Gläubigen abschotten oder auf Begegnungen verzichten. Kein Bereich im Leben dieser Menschen dürfe ihnen fremd bleiben. Die Bischöfe müssten sich davor hüten, die vielfältigen und je einzelnen Realitäten unter den Gläubigen zu übersehen, so Franziskus. (jml/KNA)

kna-katholisch-swarm-node1 (0.011s)