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Festprogramm in der Schweiz und in Rom

Schweizergarde erinnert an ihre Feuertaufe vor 500 Jahren

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Gardisten der Päpstlichen Schweizergarde
Vatikanstadt - Was wäre der Vatikan ohne die Schweizergardisten in ihren farbenfrohen Uniformen? Entgegen dem folkloristischen Eindruck haben Geschichte und Aufgabe der Truppe einen ernsten Hintergrund. Daran erinnert ein Gedenkjahr.

Mit umfangreichen Feierlichkeiten erinnert die Schweizergarde 2027 an die Plünderung Roms vor 500 Jahren. Der sogenannte "Sacco di Roma" durch Söldner Karls V. war die Feuerprobe der damals noch jungen päpstlichen Truppe. Das Gedenkjahr würdige jene 189 Gardisten, die damals ihre Aufgabe zum Schutz des Papstes "treu und größtenteils bis in den Tod erfüllten", teilte die Garde am Sonntag im Vatikan mit.

Bei der Verteidigung von Clemens VII. (1523-1534) während des Sacco di Roma am 6. Mai 1527 starben 147 Gardisten, 42 Männer brachten ihn sicher in die Engelsburg. In Erinnerung daran findet seit 1911 jährlich am 6. Mai die Vereidigung neuer Gardisten statt.

Den Auftakt des Gedenkjahres unter dem Motto "Werte, die bleiben: Treue, Zuverlässigkeit, Professionalität und Zusammenhalt" bildet am 23. Januar ein Historiker-Kolloquium im schweizerischen Brig zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des Sacco di Roma. Vom 16. bis 19. April nimmt die Schweizergarde am Zürcher Zunftfest "Sechseläuten" teil.

Den Höhepunkt des Gedenkjahres bilden die Feierlichkeiten vom 5. bis 7. Mai im Vatikan. Geplant sind unter anderem die Enthüllung einer Gedenktafel für gefallene Gardisten, eine öffentliche Vereidigung und eine Lichtkunstprojektion des Schweizer Künstlers Gerry Hofstetter. Mit dem Gedenkjahr will die Schweizergarde auch Verständnis für ihre Aufgabe wecken, junge Männer für den Dienst interessieren und die Verbundenheit mit der Schweiz bekräftigen.

Die Schweizergarde mit einer Sollstärke von 135 Mann dient als militärische Schutztruppe des Papstes und seiner Residenz. Gardisten begleiten das Kirchenoberhaupt auf Reisen, bewachen die Eingänge zum Vatikanstaat und nehmen Ordnungs- und Ehrendienste wahr. Daneben existiert im Vatikanstaat eine separate Polizeieinheit, die Gendarmerie.

Mitglied der Garde können nur katholische Männer werden, die in ihrer Schweizer Heimat Militärdienst geleistet haben und einen untadeligen Ruf besitzen. Sie müssen mindestens 1,74 Meter groß, jünger als 30 Jahre und unverheiratet sein. Länger gediente Gardisten dürfen heiraten.

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