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Vatiansprecher Lombardi erstaunt über Artikel zu Immobilien-Imperium

Seit 80 Jahren bekannt

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Vatikansprecher Federico Lombardi.
Vatikanstadt - Vatikansprecher Federico Lombardi hat sich erstaunt über einen Artikel im britischen "Guardian" über den angeblich mit Mussolinis Millionen geschaffenen Reichtum des Vatikan geäußert. Der Autor des Beitrags scheine von einem anderen Stern zu kommen, sagte er. Es handele sich um Dinge, die seit 80 Jahren bekannt und keinesfalls geheim seien.

Die britische Zeitung hatte behauptet, der Vatikan besitze etwa in der Londoner City Luxus-Immobilien. Den Grundstock dafür habe ein Millionengeschenk von Benito Mussolini gebildet, mit dem er sich für die Anerkennung des faschistischen Regimes durch den Vatikan bedankt habe, so der "Guardian".

Die Fakten seien seit 80 Jahren bekannt, hob Lombardi hervor. Er bezog sich damit auf die Lateran-Verträge, mit denen der Heilige Stuhl und das Königreich Italien am 11. Februar 1929 die seit 1871 ungelöste "Römische Frage" beilegten. Damals hatte sich der Papst nach dem Verlust des Kirchenstaates und der Einnahme Roms durch die piemontesischen Truppen als "Gefangener" in den Vatikan zurückgezogen, die Akteure gebannt und alle Garantie- und Ausgleichsangebote des vereinten Italien zunächst abgelehnt.

Ausgleichszahlung für Gebietsverluste

In den Lateran-Verträgen wurde in einem Staatsvertrag der souveräne Vatikanstaat im Westen Roms gegründet, und in einem Konkordat wurde das Verhältnis zwischen beiden Entitäten geregelt. In einem dritten Abkommen leistete Italien dem Vatikan eine einmalige Entschädigungszahlung in Höhe von 1,75 Milliarden Lire (damals 81 Millionen US-Dollar) für den Verlust des Kirchenstaates.

Der Autor des Beitrags scheint von einem anderen Stern zu kommen.

Federico Lombardi

750 Millionen Lire wurden damals bar gezahlt, eine Milliarden in Staatstiteln. Sie wurden von der vatikanischen Güterverwaltung, heute APSA, diversifiziert angelegt und bilden die Grundlage für den "Besitz" des Vatikan, aus dem er die Ausgaben für die Kurie bestreitet. Von den Erträgen dieser Investitionen, die unter anderem in Aktionen, Anleihen oder Immobilien angelegt sind, werden die Gehälter und die Betriebskosten für die rund 2.800 Mitarbeiter der Kurie sowie der Unterhalt für die Auslandsvertretungen des Heiligen Stuhls gezahlt.

Hinzu kommen die Ausgaben für die vatikanischen Medien, insbesondere für Radio Vatikan, das regelmäßig einen Minusposten in den Vatikan-Bilanzen bildet.

Das vatikanische Haushaltsvolumen belief sich 2011 auf 263,7 Millionen Euro. Neben den Erträgen aus dem eigenen Vermögen kamen Spenden sowie Sonderunterstützungen aus den Diözesen der Weltkirche für die zentrale Kirchenverwaltung in Rom hinzu. (KNA)

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