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Kardinal Caffarra bat in zweitem Brief um Papstaudienz

Sternberg: Kardinalsbrief zeigt "Untreue"

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Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).
Bonn - Die vier Dubia-Kardinäle haben wieder an den Papst geschrieben, und erneut ihre Zweifel an "Amoris laetitia" betont. ZdK-Präsident Thomas Sternberg hat eine klare Meinung zu diesem Vorgehen.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, sieht im erneuten Brief von vier Kardinälen an den Papst ein "bemerkenswertes Maß an Untreue" gegenüber Franziskus. "Da wird skandalisiert, nun sei in Deutschland gut, was in Polen Sünde sei. Und es wird eigens betont, dass niemand von den Autoren den Primat des amtierenden Papstes infrage stelle - als ob man das dann noch extra erwähnen müsste", sagte Sternberg vor dem ZdK-Hauptausschuss, wie das Katholikenkomitee am Freitag in Bonn mitteilte.

Sternberg bezieht sich auf einen Brief von Kardinälen, die öffentlich eine Klarstellung von Papst Franziskus zu dessen Ehelehre verlangt hatten und jetzt um eine Audienz gebeten haben. Bei dem Gespräch solle es um die Auslegung des Papstschreibens "Amoris laetitia" und um die "Konfusion und Verirrung" unter katholischen Geistlichen gehen, heißt es in einem Brief von Kardinal Carlo Caffarra, den die US-Zeitschrift "National Catholic Register" und italienische Blogs in dieser Woche veröffentlichten.

Linktipp: Neuer Brief der Dubia-Kardinäle an den Papst

Die Diskussionen um das pästliche Lehrschreiben "Amoris Laetitia" und den Umgang mit Wiederverheirateten geht weiter. Nun ist ein neuer Brief der "Dubia"-Kardinäle an Papst Franziskus aufgetaucht.

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Der emeritierte Erzbischof von Bologna äußerte die Gesprächsbitte laut dem Bericht auch im Namen der Kardinäle Joachim Meisner (83), Walter Brandmüller (88) und Raymond Leo Burke (68). Der frühere US-Kurienkardinal Burke hatte zuvor eine "formelle Korrektur" des Papstes angekündigt, falls Franziskus nicht auf das im November veröffentlichte Klarstellungsbegehren antworte.

Im Hintergrund der Debatte steht die Frage, ob wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen zur Kommunion zugelassen werden dürfen, obwohl sie nach Caffarras Worten "objektiv und öffentlich in einer Situation schwerer Sünde leben und darin zu verbleiben beabsichtigen". Zur Begründung des Gesprächswunsches schrieb Caffarra weiter, inzwischen erlaubten sogar einzelne Bischofskonferenzen, "was das Lehramt der Kirche nie gebilligt hat". Die Folge sei eine widersprüchliche Praxis, so dass derselbe Sachverhalt etwa in Polen als Sünde und in Deutschland als gut gelte.

Die Audienzbitte datiert dem Bericht zufolge bereits auf den 25. April und wurde Anfang Mai zugestellt. Bislang sei bei den vier Kardinälen keine Antwort eingegangen. (KNA)

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