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Steffen Zimmermann über die Kurienreform

Tiger oder Bettvorleger?

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Schachfigur
Bonn - Steffen Zimmermann über die Kurienreform

Wie ist eigentlich der Stand in Sachen Kurienreform? Um das wohl wichtigste kircheninterne Projekt von Papst Franziskus ist es in letzter Zeit verdächtig ruhig geworden. War das ambitionierte Reformvorhaben in den ersten Monaten von Franziskus' Amtszeit noch in aller Munde - als ein zentraler Baustein des Pontifikats -, muss man inzwischen schon sehr genau hinsehen, um Fortschritte bei diesem Thema erkennen zu können.

Breitere Aufmerksamkeit bekommt das Vorhaben fast nur noch, wenn - wie in diesen Tagen - der so genannte "K9-Rat" im Vatikan zusammenkommt, um über mögliche Reformen und Umstrukturierungen in der Kurie zu beraten. Doch darüber hinaus? Kritiker unken bereits, dass der Tiger Kurienreform irgendwann als Bettvorleger landen werde und Franziskus sich mit dem Projekt eines Umbaus der Kurie kräftig verhoben habe.

Und tatsächlich kann man zu diesem Ergebnis kommen. Denn gemessen an den bisherigen Resultaten - nach immerhin schon 17 Treffen des "K9-Rates" - kann der Eindruck entstehen, dass das Projekt eher auf ein Kurienreförmchen hinsteuert. Ein paar Umstrukturierungen hier, ein paar neue Behörden dort. Offen bleibt, ob und wie diese eher kosmetischen Korrekturen der Kurie zu mehr Effizienz und Schlagkraft verhelfen werden.

Doch halt: Wer so urteilt, wird dem Megaprojekt Kurienreform - zumal nach nur dreieinhalb Jahren - nicht gerecht. Sie haben richtig gelesen: Nach nur dreieinhalb Jahren. Die katholische Kirche ist ein Tanker, kein Schnellboot. Echte Kursveränderungen - noch dazu, wenn sie den "Apparat" und seine gewachsenen Strukturen und Privilegien berühren - dauern sehr oft sehr lange, dafür gibt es in zwei Jahrtausenden Kirchengeschichte zahllose Beispiele. Gemessen daran sind die bisherigen Reformschritte in Sachen Kurie nicht hoch genug einzuschätzen.

Auch wenn es schwerfällt: Das Projekt einer Kurienreform braucht Zeit - vor allem dann, wenn das Vorhaben ernsthaft und nachhaltig konzipiert sein soll. Ob Papst Franziskus, der an diesem Samstag 80 Jahre alt wird, diese Zeit noch hat, bleibt abzuwarten. Und ob Klerus und Laien die notwendige Geduld aufbringen, muss sich ebenfalls noch zeigen. Klar ist aber: Sollte eine echte Reform gelingen, wäre dies ein starkes Signal für die ganze Weltkirche.

Hinweis

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