Trotz Verzichts-Gelübde: Papst Franziskus schaut sonntags Fernsehen
Papst Franziskus schaut sonntags vor seinem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz Fernsehen. Das erzählte das Kirchenoberhaupt Redakteuren der italienischen TV-Sendung "A Sua immagine" (dt. Nach seinem Ebenbild). Ihrem religiösen Programm folge er häufig bis zum Beginn des Sonntagsgebets, so Franziskus bei dem Treffen am Samstag im Vatikan. Es sei "ein bisschen wie ein 'Wartesaal' für das Angelus".
"Bevor ich also zum Fenster gehe, verfolge ich es gerne ein paar Minuten lang, und manchmal erwähne ich einen Inhalt, der mich besonders beeindruckt hat", erzählte Franziskus weiter. Die Sendung ist 1997 in Zusammenarbeit des Fernsehsenders RAI mit der italienischen Bischofskonferenz entstanden. Sie wird am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag im nationalen Fernsehen ausgestrahlt. Sonntags überträgt sie auch das Angelus-Gebet des Papstes.
Bisher hieß es, bei Franziskus bleibe der Fernseher aus. Er habe 1990 ein Gelübde abgelegt, dass er nie wieder TV schauen werden. Damals verfolgte Jorge Mario Bergoglio das Fußball-Weltmeisterschaftsfinale zwischen Deutschland und Argentinien. Die 0:1-Niederlage "seines" Teams habe ihn so enttäuscht, dass er eine Woche später ein Gelübde ablegte. Bergoglio versprach der Gottesmutter, nie wieder Fernsehen zu schauen. Damals habe er erkannt, dass Fußball im TV nichts für ihn sei, sagte er in einem Interview. (ben/KNA)