Vatikan friert 1.760 Euro ein
Die Zahl verdächtiger Finanzgeschäfte im Vatikan ist weiter gesunken. Der Finanzaufsichtsbehörde seien im letzten Jahr lediglich 150 solcher dubioser Transaktionen gemeldet worden, teilten die vatikanischen Aufseher am Freitag in Rom anlässlich der Vorstellung ihres Jahresberichts für 2017 mit. Im Vergleich: 2016 waren es 207 Verdachtsfälle, 2015 sogar 544.
Die gemeldeten Verdachtsfälle betrafen laut dem Bericht vor allem internationale Finanzvergehen wie Verstöße gegen das Steuerrecht. Acht Fälle wurden der vatikanischen Staatsanwaltschaft weitergemeldet, gegenüber 24 Fällen 2016 und 22 Fällen 2015. In einem Fall wurde ein Geldbetrag in Höhe von rund 1.760 Euro eingefroren.
Papst wollte härteres Vorgehen
Den Rückgang der gemeldeten Verdachtsfälle erklärt sich die vatikanische Finanzaufsichtsbehörde teilweise mit dem abgeschlossenen und einst von Papst Benedikt XVI. angestoßenen Überprüfungsprozess der Kunden der Vatikanbank IOR (Institut für die religiösen Werke). Dabei waren Tausende fragwürdige Bankkonten geschlossen worden. Die Bank stand lange wegen wenig transparenter Geschäfte in der Kritik. Papst Franziskus hatte nach seinem Amtsantritt 2013 mehrfach ein härteres Vorgehen gegen Geldwäsche und undurchsichtige Finanzgeschäfte angekündigt.
Wird der Finanzaufsicht ein Verdachtsfall gemeldet, leitet die Behörde unter der Leitung des Schweizer Juristen und Anti-Geldwäsche-Experten René Brülhart entsprechende Untersuchungen ein. Brülhart wies am Freitag darauf hin, dass diese im vergangenen Jahr zu einer Verurteilung führten. Im Oktober war der Ex-Vorsitzende der Stiftung des Kinderkrankenhauses Bambino Gesù, Giuseppe Profiti, wegen Amtsmissbrauchs zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Damals ging es um die angebliche Veruntreuung von Spendengeldern.
Im Dezember 2016 hatte der Europaratsausschuss Moneyval dem Vatikan Fortschritte im Kampf gegen Geldwäsche bescheinigt. Allerdings waren Schwächen in der Strafverfolgung bemängelt worden, da der Heilige Stuhl noch keine Verdachtsfälle von Geldwäsche vor Gericht gebracht hat. (tja/dpa/KNA)