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Auch Orden des "Speckpaters" verneint Bestrebungen zu Kanonisierung

Vatikan: Seligsprechung van Straatens war nie ein Thema

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Blick von den Kolonnaden auf den Petersplatz im Vatikan.
Rom - Der Gründer von "Kirche in Not", Werenfried van Straaten, steht wegen des Vorwurfs sexueller Gewalt in der Kritik. Der Vatikan und sein Orden haben sich nun zur Person des Paters geäußert: Eine Seligsprechung sei nicht angestrebt worden.

Für den unter den Vorwurf sexualisierter Gewalt geratenen Pater Werenfried van Straaten (1913-2003) ist nach Auskunft offizieller Stellen niemals ein Seligsprechungsverfahren eingeleitet oder angestrebt worden. Das erklärten die Zentrale seines Ordens sowie ein hochrangiger Mitarbeiter der vatikanischen Heiligsprechungskongregation auf Anfrage am Freitag in Rom.

Van Straaten, Gründer des Hilfswerks "Kirche in Not" (KIN) und in der Nachkriegszeit als "Speckpater" und erfolgreicher Spendensammler berühmt geworden, steht unter dem Vorwurf, 1973 eine junge Frau sexuell genötigt zu haben. Nach einem Bericht der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt" wurden in diesem Zusammenhang Jahrzehnte später erhebliche Entschädigungssummen gezahlt. Sie belaufen sich demnach auf 20.000 und 16.000 Euro. Laut KIN habe die erste Zahlung nichts mit einem Übergriff zu tun. Van Straaten habe 1996 oder 1997 Geld an den Vater der Betroffenen überwiesen. Dieser habe 2011 bestätigt, dass es dabei keinen Zusammenhang mit den Vorwürfen seiner Tochter gebe. Stattdessen handle es sich um eine "Entschädigung für seine unfaire Behandlung durch Pater van Straaten bei seinem Ausscheiden als Mitarbeiter von KIN", so das Hilfswerk.

Der Generalprokurator der Prämonstratenser, Bernard Ardura, sagte, man habe niemals eine Initiative zu einer Seligsprechung des populären Paters unternommen. Zu den Vorwürfen gegen van Straaten äußerte sich Ardura nicht. In der römischen Heiligsprechungskongregation hieß es, die Behörde habe weder jemals ein entsprechendes Verfahren eröffnet, noch sei sie deshalb kontaktiert worden.

Üblicherweise kann ein Seligsprechungsprozess frühestens fünf Jahre nach dem Tod einer Person beginnen; im Fall van Straatens wäre dies also 2008 gewesen. Laut dem Zeitungsbericht waren die Vorwürfe gegen ihn im Vatikan und bei "Kirche in Not" schon seit zehn Jahren bekannt. (rom/KNA)

Ergänzung, 16. Februar 2021, 10.40 Uhr: Ergänzt um Darstellung von KIN zu den Geldflüssen.

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