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Marco Politi über vier Jahre Papst Franziskus

Vatikanexperte: Reformpapst ist nicht allmächtig

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Durch die Kuppel des Vatikan fällt ein Lichtstrahl.
Rom - Wieviel Macht hat ein Papst? Gerade, wer Reformenen anstoßen wolle, brauche die Unterstützung der ganzen Kirche, meint Vatikanexperte Marco Politi vor dem vierten Jahrestag der Wahl von Franziskus.

Der italienische Vatikanexperte Marco Politi hat davor gewarnt, die Reform der katholischen Kirche allein von Papst Franziskus abhängig zu machen. "Reformen in der Kirche können nie nur von oben getragen werden. Man stellt sich immer vor: Der Papst ist allmächtig. Der römische katholische Papst ist allmächtig, wenn er konservativ ist", sagte Politi anlässlich des vierten Amtsjubiläums von Franziskus der Deutschen Presse-Agentur in Rom.

Eine "theologische Repression"?

"Wenn er Reformen machen will, dann braucht der Papst eine Mobilmachung in der ganzen Kirche." Werde die Reformarbeit nicht aktiv von den Gläubigen mitgetragen, könne sie von einem Nachfolger über Nacht gestoppt werden. Franziskus wurde am 13. März 2013 zum Papst gewählt und hat sich seitdem für verschiedene Reformenen eingesetzt. Um die Kurie im Vatikan zu reformieren, setzte Franziskus beispielsweise einen Rat aus neun Kardinälen ein, dem auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, angehört.

Politi beobachtet, dass die Gläubigen viel passiver geworden seien. In den vergangenen 30 Jahren habe es eine "theologische Repression" gegeben, die viele entmutigt habe. "Vor 40, 50 Jahren gab es auch eine viel mehr engagierte katholische Jugend", sagte Politi. Heute sei die Jugend abwesend von der Kirche als Struktur. Papst Franziskus habe zwar unter Jugendlichen enormen Erfolg, der allerdings mit seiner Person zu tun habe. (gho/dpa)

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