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Erzbischof Gallagher bei UN-Flüchtlingshilfswerk

Vatikanischer Außenminister mahnt mehr Schutz für Flüchtlinge an

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Erzbischof Paul Richard Gallagher schaut ernst in die Kamera
Genf - Weltweit wird die Situation für Geflüchtete schwieriger. Der päpstliche Außenbeauftragte Gallagher erinnert an die Genfer Flüchtlingskonvention. Was eine funktionierende Flüchtlingspolitik aus seiner Sicht braucht.

Der Außenbeauftragte des Papstes, Erzbischof Paul Richard Gallagher, hat mehr internationale Anstrengungen zur Bekämpfung von Fluchtursachen sowie zum Schutz von Vertriebenen gefordert. "Der Dialog auf allen Ebenen ist unerlässlich, um Vertreibung und ihre tieferliegenden Ursachen zu bekämpfen und Spaltungen sowie Krisen zu verhindern und zu überwinden", erklärte der vatikanische Außenminister am Montag in Genf.

"Die Herausforderung, vor der heute alle Länder stehen, besteht darin, gemeinsam Lösungen zu finden, die sowohl den berechtigten Bedürfnissen ihrer Bürgerinnen und Bürger als auch ihren Verpflichtungen gegenüber Flüchtlingen gerecht werden, ohne die internationale Solidarität zu untergraben", fuhr der Erzbischof fort. "Diese moralische, rechtliche und politische Herausforderung muss gemeinsam bewältigt werden."

Würdigung der Flüchtlingskonvention

Gallagher äußerte sich bei einer Exekutivsitzung des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR an dessen Hauptsitz in der Schweiz. Er erinnerte dabei an die Genfer Flüchtlingskonvention, die im Juli 1951, vor 75 Jahren, verabschiedet wurde. Dieses Dokument habe grundlegende Mindeststandards für die Behandlung von Flüchtlingen festgelegt und edle Prinzipien wie das Recht, Asyl zu suchen, das Verbot der Zurückweisung und die Anerkennung, dass jeder Flüchtling ein Mensch mit unveräußerlicher Würde ist, verankert. Auch Papst Leo XIV. habe die Hoffnung geäußert, dass das Instrument "weiterhin das Gewissen der politischen Verantwortungsträger von heute erhellen möge".

"Umso besorgniserregender ist es, dass all diese edlen Ziele zunehmend infrage gestellt werden, unter anderem durch politische Maßnahmen und Praktiken, die ihren ursprünglichen Zweck untergraben", kritisierte Gallagher. Er wies darauf hin, dass derzeit rund 117 Millionen Menschen weltweit gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben sind. "Unter ihnen sind zahlreiche Kinder, etwa unbegleitete Minderjährige und solche, die von ihren Familien getrennt wurden, Frauen und Mädchen, die Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt sind, sowie religiöse und ethnische Minderheiten, die wegen ihres Glaubens oder ihrer Identität verfolgt werden."

Der Außenbeauftragte appellierte an die Staatengemeinschaft, sich der Vertriebenen anzunehmen. "Wie alle Menschen verfügen Flüchtlinge über Fähigkeiten und haben eigene Ziele und Hoffnungen. Sie sollten die Möglichkeit erhalten, einen Beitrag zu ihren Aufnahmegemeinschaften zu leisten." Dazu brauchten sie einen gesicherten Rechtsstatus sowie Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit. Diese Voraussetzungen könnten Menschen in die Lage versetzen, " selbst zu Gestaltern ihres Schicksals zu werden und ihre ganzheitliche menschliche Entwicklung voranzutreiben, anstatt in einem Zustand der Abhängigkeit gehalten oder vom Zugang zu notwendigen Ressourcen ausgeschlossen zu werden", betonte der Erzbischof.

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