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Franziskus trauert um tote Flüchtlinge und würdigt Märtyrer-Bischof Melki

"Verbrechen gegen die Menschheitsfamilie"

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Franziskus betet das Angelusgebet
Vatikanstadt - Beim Angelus-Gebet hat der Papst um die toten Flüchtlinge in Österreich getrauert. Darüber hinaus warnte Franziskus vor einem nur auf Regeln bezogenen Glauben und würdigte den seliggesprochen Märtyrer-Bischof Flavian Michele Melki.

Besonders grüßte Franziskus den Wiener Kardinal Christoph Schönborn, der sich derzeit in Rom aufhält und am Angelus teilnahm. Schönborn ist seit Donnerstag Referent und geistlicher Leiter bei zwei großen Tagungen in Castel Gandolfo und Frascati im Süden der Provinz Rom. Darüber hinaus gedachte der Papst aller Flüchtlinge, die in den vergangenen Tagen "auf ihrer schrecklichen Reise" das Leben verloren hätten.

Franziskus warnte außerdem vor einem oberflächlichen, nur auf Regeln bezogenen Glauben. Dieser bringe in der Kirche "Heuchler" hervor. Manche Katholiken befolgten zwar die Regeln der Kirche und besuchten oft den Gottesdienst. In ihrem Innern fehle es aber an Barmherzigkeit und echter Gottesliebe. Sie redeten etwa schlecht über andere oder vernachlässigten die Familie. Wahres Christsein zeigt sich nach den Worten des Papstes nicht an der äußeren Haltung, sondern beginnt im Herzen. Franziskus bezog sich bei seinen Ausführungen auf eine Stelle im Markusevangelium, worin Jesus mit Schriftgelehrten diskutiert und die oberflächliche Befolgung von Glaubensregeln verwirft.

Papst würdigt Märtyrer-Bischof Flavian Michele Melki

Schließlich würdigte der Papst auch noch den Märtyrer-Bischof Flavian Michele Melki (1858-1915). Er sei ein "unermüdlichen Verteidiger" des Glaubens und der Rechte seines Volkes. Der syrisch-katholische Bischof, der am Samstag im libanesischen Harissa seliggesprochen wurde, war 1915 während der türkischen Massaker an Armeniern und anderen Christen ermordet worden. Melki habe die Opfer ermutigt, ihrem Glauben treu zu bleiben, sagte Franziskus.

Auch heute würden im Nahen Osten und in anderen Teilen der Welt wieder Christen verfolgt, betonte der Papst. Die Seligsprechung Melkis bezeichnete er als Signal an die Verantwortlichen, die Religionsfreiheit zu schützen. Sie sei auch ein Zeichen an die internationale Gemeinschaft, der Christenverfolgung endlich ein Ende zu setzen, und solle den Opfern im Nahen Osten Mut und Hoffnung spenden.

Melki, 1858 in einem kleinen Ort bei Mardin in der heutigen Südosttürkei geboren, war Bischof der syrisch-katholischen Diözese Djezireh. Er wurde Mitte August 1915 zusammen mit weiteren Priester und Laien von muslimischen Angreifern festgenommen. Als sie den geforderten Übertritt zum Islam verweigerten, sollen sie gefoltert, erschlagen und erschossen worden sein. Die Leiche Melkis wurde anschließend in den Tigris geworfen. (bod/KNA)

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