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Katholisch.de blickt auf das Jahr 2014 zurück - Heute: Oktober bis Dezember

Von der Synode zum Ordensjahr

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Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation, und Papst Franziskus bei den Beratungen der Bischofssynode zu Ehe- und Familienthemen im Oktober 2014 im Vatikan.
Bonn - Das Jahr 2014 war ein ereignisreiches Jahr - auch für die katholische Kirche. Geprägt wurden die vergangenen zwölf Monate unter anderem durch wichtige Personalien, vielbeachtete Papstreisen und kontroverse Debatten. Katholisch.de blickt in einer vierteiligen Serie auf das Jahr zurück - heute auf die Monate Oktober, November und Dezember.

5. bis 19. Oktober: Synode im Vatikan

Die katholische Welt schaut gespannt in den Vatikan. Vom 5. bis 19. Oktober findet dort unter dem Leitwort "Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung" eine außerordentliche Bischofssynode statt. Die Synode ist der Auftakt zu einem Prozess, der im Oktober 2015 mit einer zweiten Synode fortgesetzt wird. Während des diesjährigen Treffens beraten fast 200 Bischöfe und Kardinäle mit dem Papst, der Kurie und ausgewählten Laien, wie die Kirche mit der veränderten Lebenswirklichkeit von Familien umgehen soll und wie diese besser unterstützt werden können. Am Ende wird ein Abschlussbericht veröffentlicht; daraus geht unter anderem hervor, dass sich die Teilnehmer nicht auf eine gemeinsame Linie für den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexualität verständigen konnten.

11./12. Oktober: Sonderkollekte für Flüchtlinge im Mittleren Osten

Auf Initiative der Deutschen Bischofskonferenz wird am Wochenende des 11./12. Oktober bundesweit in allen Gottesdiensten für Flüchtlinge im Mittleren Osten gesammelt. Das Elend in der Region habe eine neue Dimension erreicht, heißt es in dem Aufruf der Bischöfe: "In vielen Teilen Syriens und des Iraks leiden Minderheiten, besonders die Christen. Viele wurden ermordet, andere gedemütigt, beraubt und aus ihrer Heimat vertrieben." Alle Christen seien aufgerufen, den Notleidenden zu helfen.

19. Oktober: Seligsprechung von Paul VI.

Er steht oft im Schatten seines Vorgängers Johannes XXIII. und seines Nach-Nachfolgers Johannes Paul II. Doch an diesem Tag dreht sich alles nur um ihn: Am 19. Oktober wird Papst Paul VI. (1963-1978) im Vatikan seliggesprochen. Paul VI., der in Deutschland wegen seiner Enzyklika "Humanae Vitae" oft abschätzig "Pillen-Papst" genannt wird, sei der "große Steuermann" des Zweiten Vatikanischen Konzils gewesen, so Papst Franziskus bei der Zeremonie auf dem Petersplatz. Und weiter: "Während sich eine säkularisierte und feindliche Gesellschaft abzeichnete, hat er es verstanden, weitblickend und weise das Schiff Petri zu steuern, ohne jemals die Freude am Herrn zu verlieren."

28./29. Oktober: Katholischer Medienkongress

In Bonn findet Ende Oktober der erste bundesweite katholische Medienkongress statt. Unter dem Motto "Mission Medien. Zukunftsszenarien kirchlicher Kommunikation" diskutieren rund 200 Medienschaffende zwei Tage lang über die Zukunft christlicher Medien und religiöser Kommunikation.

Mit einem Aufsatz aus dem Jahr 1972 sorgt der emeritierte Papst Benedikt XVI. im Herbst für Diskussionen.

November: Diskussion um Aufsatz von Benedikt XVI.

Reiner Zufall oder kirchenpolitisches Statement? Kurz nach der Familiensynode wird bekannt, dass der emeritierte Papst Benedikt XVI. den Schluss eines 42 Jahre alten Aufsatzes zur Unauflöslichkeit der Ehe umgeschrieben hat. Pikant daran: Während Joseph Ratzinger 1972 zu dem Schluss gekommen war, dass in Einzelfällen auch wiederverheiratete Geschiedene zu den Sakramenten zugelassen werden könnten, spricht Benedikt XVI. in der überarbeiteten Version des Textes nicht mehr von einem möglichen Sakramentenempfang für Wiederverheiratete. Dass er damit Einfluss auf die aktuelle Debatte nehmen will, bestreitet der emeritierte Papst. Die Aufregung ist trotzdem groß.

25. November: Papst Franziskus besucht das EU-Parlament

Als zweiter Papst nach Johannes Paul II. spricht Franziskus vor dem Europäischen Parlament. Dabei erinnert er den Kontinent mit deutlichen Worten an dessen christliche Wurzeln. Die Religion sei für Europa nicht nur das fundamentale Erbe einer 2.000-jährigen Vergangenheit, sondern biete auch die Grundlage für seine künftige Entwicklung, so Franziskus. Zugleich mahnt der Pontifex eine fundamental andere Flüchtlingspolitik in Europa an: "Wir dürfen nicht zulassen, dass das Mittelmeer ein großer Friedhof wird."

28. bis 30. November: Türkei-Reise von Papst Franziskus

Nur drei Tage nach seinem Besuch in Straßburg reist Papst Franziskus in die Türkei. Dort trifft er unter anderem mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und dem orthodoxen Ehrenoberhaupt Bartholomaios I. zusammen. Für Aufsehen sorgt der Besuch von Franziskus in der Blauen Moschee in Istanbul und die Frage, ob der Papst dort gebetet hat. Später erklärt Franziskus: Ja, er habe gebetet - "für die Türkei, für den Frieden, den Mufti, für alle und für mich."

30. November: Auftakt zum Jahr der Orden

Mit einer feierlichen Messe wird am ersten Advent im Vatikan das "Jahr des geweihten Lebens" eröffnet. Bis zum 2. Februar 2016 sollen nach dem Willen von Papst Franziskus zahlreiche Initiativen und Veranstaltungen die Rolle der katholischen Ordensgemeinschaften in der heutigen Zeit und den Wert des spirituellen Lebens in den Mittelpunkt stellen.

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