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Was macht der Papst nach seinem 80. Geburtstag im Dezember? Der Vatikan spekuliert

Welche Geste denn noch?

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Papst Franziskus spricht vor Kardinälen und Bischöfen im Vatikan.
Bonn - Drei Jahre ist Papst Franziskus bereits im Amt. Doch wie lange bleibt er noch auf dem Stuhl Petri? Er selbst hat wiederholt einen Rücktritt ins Spiel gebracht. Die Vatikan-Kolumne "Franz & Friends" schaut auf den "Unruhestifter" Franziskus.

Der Papst regt sich auch über kleine Dinge auf. Etwa darüber, dass Heiligsprechungen mehrere hunderttausend Euro kosten können. In seinen Augen sind sie spiritueller und vielleicht pastoraler Natur. Wieso dafür Geld ausgeben? Die vatikanische Verwaltung tickt anders. Wissenschaftliche Untersuchungen müssen angestoßen, Experten nach Rom eingeflogen werden. Das alles kostet.

Nun hat Franziskus neue Normen für die entsprechende Kongregation verfügt, die für mehr Transparenz sorgen sollen. Auch sollen diejenigen, die eine Heiligsprechung beantragen, mehr Geld mitbringen, um die Verwaltungsausgaben für den Vatikan im Rahmen zu halten. Für Franziskus ist das ein Grauen, dass ein neuer Heiliger Anwaltskosten produziert. Doch die Kirche ist auch Bürokratie, das muss er täglich neu einsehen.

Im dritten Jahr seiner Amtszeit ist Franziskus noch immer ein Fremdkörper im tausendjährigen Getriebe der Weltkirche. Selbst Papstsprecher Federico Lombardi gab unlängst zu: "Es war nicht immer leicht, zu lernen, sich zu seinem neuen Stil zu 'bekehren' - seine Freiheit spontaner Äußerungen, seine persönlichen Terminabsprachen und Telefonate." Aus den Worten spricht Verzweiflung und Bewunderung zugleich. Manche in Rom wollen sich auch gar nicht gewöhnen - und hoffen, der Spuk sei bald vorbei.

"Unrufe stiften" als Leitmotiv des Pontifikats

Unruhe stiften, das ist Franziskus' Leitmotiv seit dem 13. März 2013. Wie nachhaltig die Veränderung ist, die aus dem Chaos erwachsen soll, ist noch nicht abzusehen. In Rom reden manche gerade aber von der Ruhe vor dem Sturm. So wartet die katholische Welt auf das sogenannte nachsynodale Schreiben. Manche sehen schon eine kirchenpolitische "Bombe", andere wiederum eine Beruhigung an der päpstlichen Veränderungsfront. Die zwei Familiensynoden haben für viel Debatte gesorgt, aber gewiss nicht für Klarheit. Nun ist völlig ungewiss, ob Franziskus mit seinem Schreiben Klarheit schaffen will - oder lieber eine eher diffuse Versöhntheit der Lager. Viel spricht dafür, dass Franziskus sich für dieses Jahr zumindest noch einige wichtige Gesten vorgenommen hat.

Nach dem Treffen mit Patriarch Kyrill wird dazu der Besuch in Auschwitz gehören und dann im Oktober der Ökumene-Besuch im schwedischen Lund. Am 17. Dezember, in der Adventszeit, wird Jorge Bergoglio 80 Jahre alt. Immer mal wieder, wie jetzt wieder in den Medien, wird darüber spekuliert, er könnte zu diesem Datum zurücktreten. Manche erhoffen dies, manche befürchten es. Vermutlich wäre es keinesfalls das Datum vor Weihnachten, an dem er das Amt zurückgeben würde.

Doch hat er selbst sein 80. Lebensjahr ins Spiel gebracht, wenn über einen möglichen Amtsverzicht gesprochen wurde. Dies wäre abgesehen von dem konkreten Paukenschlag so etwas wie die Vollendung des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. Denn anders als sein Vorgänger würde Franziskus dann ganz analog zu den Kardinälen handeln, die mit 80 ihr Amt zur Verfügung stellen müssen. Damit deutet sich dann eine neue Regel an, als Richtschnur für alle Nachfolger sozusagen. Auf jeden Fall wäre es noch mal revolutionär.

Christ & Welt

Diesen Text der Kolumne "Franz & Friends" publiziert katholisch.de mit freundlicher Genehmigung von "Christ & Welt", einer Beilage der Wochenzeitung "Die Zeit". "Christ & Welt" - das sind sechs Seiten, die sich auf Glaube, Geist und Gesellschaft konzentrieren, sechs Seiten mit Debatten, Reportagen und Interviews aus der Welt der Religionen. "Christ & Welt" ist im Jahr 2010 aus der traditionsreichen Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" hervorgegangen.

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