Suche
Lehrschreiben wird fünf Jahre alt

Wilmer zu "Fratelli tutti": Nationalismus spaltet, Solidarität heilt

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Bonn - Die Enzyklika "Fratelli tutti" von Papst Franziskus handelt von Geschwisterlichkeit und sozialer Freundschaft. Als Friedensappell für die Welt ist es ein aktueller denn je, findet der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer.

Hildesheims Bischof Heiner Wilmer findet das vor genau fünf Jahren veröffentlichte Lehrschreiben "Fratelli tutti - Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft" von Papst Franziskus aktueller denn je. Die Enzyklika sei kein Kapitel der Geschichte, sondern "ein Weckruf - für Deutschland, für Europa, für die ganze Welt", erklärte der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche Fragen der Deutschen Bischofskonferenz am Freitag in Bonn.

Der Papst habe damals unter anderem eine Globalisierung der Gleichgültigkeit angeprangert, die weiter anhalte. Außerdem habe Franziskus Nationalismus, Egoismus und politische Kurzsichtigkeit kritisiert und zu Brüderlichkeit, Solidarität und Frieden aufgerufen, fügte Wilmer hinzu: "Fünf Jahre später sehen wir: seine Diagnose war richtig, seine Therapie bleibt nötig. Nationalismus spaltet, Brüderlichkeit heilt."

Offene Herzen statt verschlossener Grenzen

Angesichts von Kriegen, Fluchtbewegungen und globalen Krisen sei der Papst-Appell zu Solidarität und Frieden aktueller und lauter denn je, so der Bischof weiter: "Die Menschheit überlebt nicht mit verschlossenen Grenzen, sondern mit offenen Herzen." Das Schreiben von Franziskus sei " kein frommer Text - es ist ein weltweiter Friedensappell".

"Fratelli tutti" zeige auch, dass der Prüfstein der Menschlichkeit der Blick auf die Verwundeten, auf die Ausgegrenzten und auf die Opfer von Gewalt sei: "Wer hinsieht, verändert die Welt. Wer wegsieht, verlängert das Leid."

Mit Papst Leo XIV. sei nun ein Nachfolger angetreten, der diese Linie weiterführe, ergänzte Wilmer: "Auch er betont, dass die Kirche nur dann glaubwürdig bleibt, wenn sie an der Seite der Schwachen steht, wenn sie Brücken baut und nicht Grenzen verstärkt." (KNA)

kna-katholisch-swarm-node3 (0.013s)