Zahl der Papstwähler sinkt auf 112
Am Mittwoch (15. Juni) vollendet zunächst der US-amerikanische Kardinal William Levada, von 2005 bis 2012 als Nachfolger von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, sein 80. Lebensjahr. Tags darauf folgt der nigerianische Kardinal Anthony Olubunmi Okogie. Von 1973 bis 2012 leitete er die Erzdiözese Lagos, die mit 2,5 Millionen Katholiken zu den größten, aber auch schwierigsten Ortskirchen des afrikanischen Kontinents zählt.
Levada wirkte im Stillen
Levada, vormals Erzbischof von San Francisco, wurde von Benedikt XVI. (2005-2013) im Mai 2005 als erster US-Amerikaner an die Spitze der einflussreichen Kurienbehörde berufen, die Ratzinger selbst zuvor ein Vierteljahrhundert lang geleitet hatte. Am 15. Juni 1936 im kalifornischen Long Beach geboren, war er bereits von 1976 bis 1983 als Sachbearbeiter in der Glaubenskongregation tätig, zuletzt unter dem Präfekten und Kurienkardinal Joseph Ratzinger.
Was ist das Konklave? Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger".
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Ratzinger stand Levada nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit, sondern wirkte eher im Stillen. In seine Amtszeit fiel die Aufhebung der Exkommunikation der Piusbrüder und die schwierigen, bislang erfolglosen Diskussionen um eine Wiedervereinigung der Traditionalisten mit der katholischen Kirche. Nachdem er sein vatikanisches Amt niedergelegt hatte, kehrte der gesundheitlich angeschlagene Levada in die USA zurück; er lebt im kalifornischen Menlo Park. Sein Nachfolger wurde der vormalige Regensburger Bischof und jetzige Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller (68).
Die USA stellen 15 Kardinäle; von ihnen dürften qua Alter 7 ins Konklave einziehen. Die Vereinigten Staaten sind damit das Land mit den zweitmeisten Kardinälen nach Italien (45); es folgen Spanien (12), Brasilien und Deutschland (je 10).
Einsatz für Arme und Unterdrückte
Der Nigerianer Okogie wurde 1966 zum Priester und 1971 zum Bischof geweiht. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas mit seinen oft blutigen ethnischen und religiösen Konflikten ist Okogie wegen seines Einsatzes für die Armen und Unterdrückten bekannt. Auch verurteilte er die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, in einigen nördlichen Bundesstaaten Nigerias. Dort ist der Islam traditionell stärker als das Christentum und die traditionellen Religionen.
Nigeria stellt drei Mitglieder des Kardinalskollegiums. Allerdings könnte künftig nur noch einer von ihnen ins Konklave einziehen: Kardinal John Olorunfemi Onaiyekan (72), Erzbischof von Abuja. (KNA)