Baldiges Abkommen mit Heiligem Stuhl erhofft

Der katholische Bischof Joseph Wei Jingyi der chinesischen Untergrundkirche hofft auf ein Abkommen zwischen China und dem Heiligen Stuhl. Denn es kommt es häufig zu staatlichen Sanktionen gegen die Kirche.

China | Rom - 14.08.2016

Der von der Regierung in Peking nicht anerkannte katholische Bischof Joseph Wei Jingyi hofft auf ein baldiges Abkommen zwischen China und dem Heiligen Stuhl. Je eher beide Staaten eine konkrete und für beide Seiten gute Vereinbarung erreichten, desto besser, sagte der Bischof von Qigihar in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang dem Internetportal "Vatican Insider".

Gleichzeitig warnte der 48-Jährige vor übertriebener Eile. Wichtiger sei, dass der Prozess stetig voranschreite. Über Details der laufenden Verhandlungen sei er zwar nicht informiert; "aber wir wissen, dass die Arbeit vorangeht". Das mögliche Abkommen könnte auch die sogenannten Untergrundbischöfe in China betreffen, also vom Papst ernannte Bischöfe, die die Volksrepublik nicht anerkennt.

"Keine Einheit der Kirche in China mit Universalkirche"

Ende Juli hatte Hongkongs Kardinal John Tong Hon in einem langen Beitrag für eine einvernehmliche Lösung in diesem Punkt plädiert. "Aufgrund eines fehlenden Verständnisses seitens der chinesischen Regierung ist es für den Heiligen Vater nicht leicht gewesen, formell Bischöfe für China zu ernennen - weshalb sich die Einheit der Kirche in China mit der Universalkirche nicht vollständig ausdrücken konnte", heißt es in Tongs mehrseitigem Schreiben, das der katholische Pressedienst Asianews dokumentierte.

Katholiken bei einem katholischen Gottesdienst in China.
 dpa/Stephan Scheuer

Geschätzt rund 13 Millionen der mehr als 1,3 Milliarden Einwohner der Volksrepublik China sind Katholiken; die Behörden verzeichnen lediglich 6 Millionen. Eine Besonderheit des chinesischen Katholizismus ist die Teilung in zwei Gruppierungen: Neben einer regimenahen und staatlich zugelassenen "Patriotischen Vereinigung der Katholiken Chinas" gibt es die sogenannte Untergrundkirche in Gemeinschaft mit dem Papst.

Staat unterstützt "patriotische Christen"

Die "patriotischen Christen" können seit 1957 beziehungsweise wieder seit Ende der chinesischen Kulturrevolution (1966-1976) mit staatlicher Erlaubnis aktiv sein. Gegen die Mitglieder der Untergrundkirche kommt es dagegen regelmäßig zu staatlichen Sanktionen. Immer wieder werden Priester und Bischöfe verhaftet oder verhört. Nach einer zwischenzeitlichen Annäherung wurden in den vergangenen Jahren auf Druck der staatlichen Führung wiederholt neue Bischöfe ohne päpstliche Zustimmung geweiht. (KNA)

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