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Der Argentinier

Der neue Papst ist gewählt. Er ist der frühere Kardinal Jorge Mario Bergoglio (76). Als Amtsnamen wählte er Franziskus. Er war bisher Erzbischof von Buenos Aires und ist damit der erste Papst aus Lateinamerika. Er ist außerdem der erste Jesuit auf dem Stuhle Petri. Mit den Worten "Buona Sera" wandte sich Franziskus I. gekleidet in eine schlichte weiße Soutane an die jubelnden Gläubigen. Bis ans Ende der Welt seien die Kardinäle gegangen, um den neuen Papst zu finden.

Konklave | Vatikanstadt - 13.03.2013

Der neue Papst ist gewählt. Er ist der frühere Kardinal Jorge Mario Bergoglio (76). Als Amtsnamen wählte er Franziskus. Er war bisher Erzbischof von Buenos Aires und ist damit der erste Papst aus Lateinamerika. Er ist außerdem der erste Jesuit auf dem Stuhle Petri. Mit den Worten "Buona Sera" wandte sich Franziskus I. gekleidet in eine schlichte weiße Soutane an die jubelnden Gläubigen. Bis ans Ende der Welt seien die Kardinäle gegangen, um den neuen Papst zu finden.

Als Erstes sprach der neue Papst ein "Vater Unser" und ein Mariengebet für den emeritierten Papst Benedikt XVI. Anschließend sprach der den Segen "Urbi et orbi".

Beim Konklave 2005 soll Kardinal Jorge Mario Bergoglio 40 Stimmen erhalten haben; sein Rückzug habe dann die Wahl Joseph Ratzingers mit großer Mehrheit ermöglicht.

Bescheiden, volksnah, ökologisch

Der persönliche Lebenswandel Bergoglios gilt als prophetisch: bescheiden, volksnah, ökologisch. Als "Kardinal der Armen" nutzte er bislang meist öffentliche Verkehrsmittel und verzichtete auf bischöflichen Prunk.

Der neue Papst Franziskus I. auf der Mittelloggia des Petersdoms.
 Screenshot/katholisch.de

Die vor einigen Jahren in argentinischen Medien veröffentlichten Zeugenaussagen, Bergoglio habe während der Militärdiktatur (1976-1983) als Jesuiten-Provinzial Ordensleute nicht genug vor Übergriffen der Machthaber geschützt, hatte vor dem Konklave gegen ihn gesprochen, ebenso wie seine 2010 zwischenzeitlich angeschlagene Gesundheit.

Um 19:06 Uhr hatte weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle signalisiert: Habemus Papam. Die Glocken des Petersdoms läuteten, die Schweizer Garde marschierte auf. Die Via della Conciliazione war bis zur Engelsburg gefüllt.

Erst nach einer quälend langen Zeit von über einer Stunde bewegte sich der rote Vorhang auf der Mittelloggia des Petersdoms. Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran trat auf den Balkon und verkündete dem Kirchenvolk offiziell den neuen Papst.

Auf dem Petersplatz brandete Jubel über die Wahl auf. Trotz Regens waren Zehntausende gekommen, um den Fortgang der Wahl zu beobachten. Sie hielten Fahnen und Plakate mit der Aufschrift "Viva Il Papa" (Es lebe der Papst!) in den Abendhimmel und stimmten in Sprechchöre ein. Kapellen spielten Musik, die Schweizergarde marschierte auf, es gab Autocorsi.

Eines der kürzesten Konklave der Geschichte

Vorher hatte er sich zur Einkehr in das "Zimmer der Tränen" zurückgezogen und seine neue Kleidung angelegt, die dort in drei Größen hinterlegt war. Anschließend nahm er die Wahl an und verrat den Kardinälen seinen Namen.

Das Konklave gehörte zu den kürzesten in der Kirchengeschichte. Es ging nach nur fünf Wahlgängen zu Ende. Erst am Dienstagnachmittag waren die 115 wahlberechtigten Kardinäle in die Sixtinische Kapelle eingezogen. Der Nachfolger des zurückgetretenen Papstes musste mindestens 77 Stimmen, also eine Zwei-Drittel-Mehrheit, bekommen. Er leitet fortan die Weltkirche mit rund 1,2 Milliarden Gläubigen.

Auch in Deutschland läuteten vielerorts die Glocken, unter anderem am Kölner Dom. Um 20 Uhr wollten die Katholiken im Erzbistum Berlin Sankt Hedwigs-Kathedrale mit einem Gottesdienst die Wahl des neue Papstes feiern.

Als Termin für die feierliche Amtseinführung des neuen Papstes wird unter anderem auf den kommenden Dienstag, den Josefstag, spekuliert. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. plant nach Worten von Vatikansprecher Frederico Lombardi nicht, an der Amtseinführung seines Nachfolgers teilzunehmen. (gho/KNA/dpa)

Franziskus von Assisi

Auch: Franziskus; ital. Francesco d'Assisi, eigentlich Giovanni Bernadone (* 1181 oder 1182 in Assisi, † 3. Oktober 1226 in Portiuncula bei Assisi), Gründer des Franziskanerordens. Er entstammte einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Sein Vater, ein Tuchgroßhändler, nannte seinen Sohn "Francesco" (kleiner Franzose). Im Krieg zwischen Assisi und Perugia wurde Franz 1202 gefangengenommen, erkrankte schwer und geriet in eine Lebenskrise. Er bekehrte sich im Glauben, pflegte Aussätzige und verzichtete schließlich auf das väterliche Erbe, um als Bettler und Wanderprediger zu leben. Im Laufe der Zeit schlossen sich ihm immer mehr junge Männer an. Franz verpflichtete sie in einer ersten, auf Texten des Neuen Testaments gründenden Regel zu einem Leben in Armut und Buße im Dienst an den Menschen und der Kirche. 1210 zog er mit seinen Brüdern nach Rom. Dort billigte Papst Innozenz III. (1198-1216) mündlich die "Armutsbewegung". 1223 bestätigte Papst Honorius III. die endgültige Regel ("Regula bullata") des Ordens der Minderen Brüder, die Franziskus mit einigen Vertrauten zusammen verfasst hatte. Bereits 1220 war Franz von der Leitung der Ordensgemeinschaft zurückgetreten. Am 3. Oktober 1226 starb er in Portiuncula (Portiuncula-Ablass) unterhalb von Assisi. Zwei Jahre später, 1228, sprach Papst Gregor IX. (1227-1241) Franz von Assisi heilig.

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