Gekreuzigte Kuh in Kirche - Katholiken empört

Ein Künstler nagelt eine Kuh an ein Kreuz in einer katholischen Kirche. Dabei sei es ihm allerdings nicht um Kritik am Katholizismus gegangen, sagt er. Die Gläubigen sehen das allerdings anders.

Belgien | Borgloon - 21.11.2017

Katholiken in der ostbelgischen Gemeinde Kuttekoven bei Borgloon sind empört über ein Kunstwerk mit dem Namen "Heilige Kuh". Sie fänden das Kunstwerk "satanisch und geschmacklos", berichten belgische Medien. Einige protestierten gegen das Objekt, da sie sich gekränkt fühlten. Der Künstler Tom Herck hatte eine 500 Kilo schwere Kuh in Silikon getränkt und in einer Kirche an ein Kreuz genagelt. Außerdem stellte er ein Becken voller Milch darunter auf – wohl alles legal. Er verfügte laut Medienberichten über die nötige Erlaubnis der Behörden.

Das belgische Katholiken-Forum kritisierte, dass das zuständige Bistum das Kunstwerk zwar als "unwürdig" bezeichnete, aber nicht interveniert habe. Herck selbst habe für sein Kunstwerk bereits Todesdrohungen erhalten. "Jemand hat mir gesagt, man hätte lieber mich gekreuzigt als die Kuh", sagte er. Dabei handele es sich bei der Kuh um ein totes Tier, "das genausogut auf einem Teller hätte landen können – das ist doch absurd". Für ihn beleidige die "Heilige Kuh" nicht die Religion, sondern ziele darauf ab, die Debatte über die Verschwendung von Lebensmitteln in unserer Gesellschaft zu öffnen. Der Künstler stellt laut seiner Homepage allerdings "die gesellschaftliche Rolle von Religion und (sozialen) Medien vor dem Hintergrund einer enttraditionalisierten und hoch individualisierten Gesellschaft in Frage".

In einer Kirche in der gleichen Diözese haben Unbekannte versucht, einen Brand zu legen. Die Feuerwehr habe aber rechtzeitig eingreifen können, heißt es. Borgloons Bürgermeister Danny Deneuker sieht die Tat in Zusammenhang mit dem Kunstwerk. (bod/KNA)

Das folgende Video zeigt das fragwürdige Kunstwerk von Tom Herck:

RSS-Feeds  |  Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2017