Himmerod: Abt löst eigenes Kloster auf

Die Schließung der Abtei Himmerod hat viele Menschen traurig gemacht. Besonders schwer trifft es Abt Johannes: Der Zisterzienser wurde zum "Beauftragten für den Übergabeprozess des Klosters" ernannt.

Klöster | Bonn - 19.10.2017

Die Auflösung des Zisterzienserklosters Himmerod in der Eifel wird von dessen bisherigen Abt Johannes Müller und dem Trierer Domkapitular Reinhold Bohlen organisiert. Wie das Bistum Trier am Donnerstag mitteilte, wurden beide zu Beauftragten für den "Übergabeprozess des Zisterzienserklosters Himmerod an das Bistum Trier" ernannt. Darauf hätten sich der Trierer Bischof Stephan Ackermann und Abt Anselm van der Linde, der Abtpräses der Mehrerauer Kongregation der Zisterzienser, verständigt, zu der das Kloster Himmerod gehörte.

"Wir Beauftragte müssen die Übergabe bis ins kleinste Detail regeln", sagte Abt Johannes auf Anfrage von katholisch.de. "Über den Verbleib von Messgewändern, Kelchen und anderen Dingen müssen Verträge gemacht werden, da sie im Besitz des Ordens sind", erläuterte der Klostervorsteher. Die Zukunft der einzelnen Brüder hingegen sei Sache des Ordens.

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Interview mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann über die angekündigte Schließung der traditionsreichen Zisterzienserabtei in der Eifel.
 katholisch.de

Nach Angaben der Trierer Bistumszeitung "Paulinus" gehen die sechs Mönche, darunter einer mit zeitlichem Gelübde, künftig getrennte Wege. Sie wechseln demnach in andere Zisterzienserklöster, wirken als Pfarrer, wie der emeritierte Abt, oder treten aus dem Orden aus. Nur der 83-jährige Pater Stephan Senge plane, vor Ort zu bleiben und sich in der Gästebetreuung sowie in einem Hilfsprojekt für den Sudan zu engagieren.

Das fast 900 Jahre alte Zisterzienserkloster Himmerod war im Oktober durch den Beschluss des Mehrerauer Kongregationskapitel aufgehoben worden. Es fällt nach der Auflösung an das Bistum Trier, auf dessen Territorium es liegt. (rom/KNA)

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