Im Anfang war die Kunst

Der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Gianfranco Ravasi, wartete am Dienstag in Rom mit einer kleinen kulturpolitischen Sensation auf: In diesem Jahr wird der Vatikan erstmals an der Biennale in Venedig teilnehmen. Mit dem Pavillon möchte der Heilige Stuhl den Dialog mit der zeitgenössischen Kunst fortführen, der Mitte des 20. Jahrhunderts abgerissen war.

Kultur | Vatikanstadt - 15.05.2013

Der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Gianfranco Ravasi, wartete am Dienstag in Rom mit einer kleinen kulturpolitischen Sensation auf: In diesem Jahr wird der Vatikan erstmals an der Biennale in Venedig teilnehmen. Mit dem Pavillon möchte der Heilige Stuhl den Dialog mit der zeitgenössischen Kunst fortführen, der Mitte des 20. Jahrhunderts abgerissen war.

"Im Anfang", so der Titel der Ausstellung im Pavillon des Vatikan, besteht aus drei Teilen, die sich allesamt auf die ersten elf Kapitel des biblischen Buches Genesis beziehen: Den Auftakt macht dabei die Mailänder Gruppe Studio Azzurro mit einer interaktiven Installation zur Schöpfung und der zentralen Rolle des Menschen. Im zweiten Teil liefert der bekannte tschechische Fotograf Josef Koudelka Fotos zu Unordnung und Chaos ("De-Creazione") mit Blick auf den Menschen, der den Sinn für Moral und Natur verloren hat. Den abschließenden Teil bilden die Werke des in den USA lebenden Künstlers Lawrence Carroll. Er verwandelt Recycling-Material in Kunst und vermittelt damit Hoffnung auf "neues Leben", erklärt der Vatikan.

Sponsoren und Spender

Der Vatikan hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt um einen Dialog mit der modernen Kunst bemüht. Im November 2009 empfing Papst Benedikt XVI. (2005-2013) rund 200 Künstler aus aller Welt in der Sixtinischen Kapelle.

Der in Paris lebende Fotograf Koudelka wurde durch seine Aufnahmen von sowjetischen Panzern bekannt, die während des Prager Frühlings 1968 gegen Demonstranten anrollten. Lawrence Carroll ist einer der renommiertesten Künstler der USA. Sein Werk zeichnet sich durch reduzierte Formen und einfache Materialien aus. In Deutschland wurde er vor allem durch die Documenta IX (1992) in Kassel zum Begriff. Die 1982 in Mailand von Paolo Rosa, Leonardo Sangiorgi und Fabio Cirifino gegründete Künstlergruppe "Studio Azzurro" wiederum gilt als Pionierin der elektronischen Kunst und der Videoinstallationen.

Der Vatikan-Pavillon auf der 55. Kunst-Biennale von Venedig (1. Juni - 24. November) kostet insgesamt 750.000 Euro. Diese Gelder sollen ausschließlich von Sponsoren und Spendern kommen. (mir/dpa/KNA)

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