Zugunglück

Kardinal Marx dankt Einsatzkräften

Auch andere Geistliche gedenken der Opfer des Unglücks

Bad Aibling - 09.02.2016

Den Angehörigen der Opfer des Zugunglücks im oberbayerischen Bad Aibling mit mehreren Toten und zahlreichen Verletzten haben die katholische und die evangelische Kirche ihr Mitgefühl ausgesprochen. Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, reagierte mit Betroffenheit und Trauer.

"Unsere Gedanken und unsere Anteilnahme gehören den Opfern dieses Unglücks, das Menschen aus dem Leben riss und viele verletzte. Mit großer Erschütterung fühlen wir uns den Angehörigen der Opfer als Kirche verbunden", so der Erzbischof. Er bete für die Opfer und ihre Angehörigen: "Wir erbitten Gottes Beistand und Trost für sie." Kardinal Marx dankte den Rettungskräften und Notfallseelsorgern für ihren Dienst.

Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte, er sei in Gedanken und im Gebet bei den Betroffenen. "Es ist etwas Fürchterliches, wenn man zur Arbeit fährt und mitten im Alltag ist und dann ganz plötzlich so etwas Schlimmes passiert." Er sei froh, dass die Pfarrer vor Ort sowie die Notfallseelsorger alles täten, was möglich sei, um die Betroffenen zu begleiten, fügte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hinzu. Am Abend soll in der Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Bad Aibling der Opfer gedacht werden.

Linktipp: Notfallseelsorge

Notfallseelsorge steht als Bereitschaftsdienst der Kirchen allen Menschen zur Verfügung, die mit dem plötzlichen Tod eines Angehörigen konfrontiert werden. Es hat sich ein ökumenisch getragenes Angebot gebildet, das heute aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist.

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Am Dienstagmorgen waren in Bad Aibling bei Rosenheim zwei Nahverkehrszüge auf einer eingleisigen Strecken frontal aufeinandergeprallt und teils entgleist. Dabei starben zehn Menschen. Etwa 80 Menschen wurden verletzt, 18 davon schwer. Die Unglücksursache ist bisher unklar. Rund 500 Rettungskräfte waren nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Einsatz, darunter auch Helfer aus Österreich. Sie seien großen Belastungen ausgesetzt, so der Minister.

Seelsorger bereiten sich auf die Hilfe für Einsatzkräfte vor

An der Unglücksstelle waren neben Polizei, Sanitätern und Feuerwehr auch 20 katholische und evangelische Seelsorger tätig, wie der Beauftragte für Notfallseelsorge in Bayern, Hanjo von Wietersheim, am Dienstagmittag erklärte. Weitere Kräfte seien "in Alarmbereitschaft". Die Notfallseelsorger vor Ort hätten bereits die Unverletzten und Angehörigen vor Ort betreut sowie Sammelstellen für Angehörige eingerichtet und Todesnachrichten an Angehörige überbracht.

Ein Gebet für die Toten

Wir beten für die Toten des Zugunglücks von Bad Aibling, für ihre Hinterbliebenen und alle Menschen, die auf Heilung hoffen.

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Zusätzlich würden sich gerade viele Seelsorger darauf vorbereiten, die Einsatzkräfte nach dem Ereignis zu betreuen. Eine Sprecherin des Erzbistums sagte, dass die Feuerwehrseelsorge vor Ort sei. Von Wietersheim betonte, Notfallseelsorger seien bei einem derart "ungewöhnlichen und grässlichen Ereignis" besonders wichtig. Mit einer "solchen Ausnahmesituation klarzukommen" sei für die Verletzten, Angehörigen und die Rettungskräfte sehr schwierig.

Zu den Ursachen des Unglücks auf der eingleisigen Strecke gab es am Mittag noch keine näheren Erkenntnisse. Auf der Strecke befinde sich ein automatisches Zugsicherungssystem, sagte Dobrindt bei einer Pressekonferenz in Bad Aibling. Mitarbeiter des Eisenbahnbundesamtes seien vor Ort. Man müsse auf deren Erkenntnisse warten, "alles andere wäre Spekulation". (Mit Material von KNA)

Von Johanna Heckeley

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