Kardinal Marx mit Freiheitspreis ausgezeichnet

Der Freiheitspreis der Medien ging dieses Jahr an Kardinal Reinhard Marx. Damit wurden seine Verdienste um die katholische Kirche gewürdigt. Zwei davon hob die Laudatorin besonders hervor.

Auszeichnungen | Tegernsee - 21.01.2017

Der Münchner Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ist mit dem Freiheitspreis der Medien ausgezeichnet worden. Marx habe die katholische Kirche in Deutschland nach Zeiten der Unruhe wieder zur Einheit geführt und ihr ein sympathisches und kraftvolles Gesicht gegeben, heißt es in der Begründung der Jury. "Seine Theologie atmet den Geist der freiheitlichen Aufklärung und ist zugleich der Idee der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet."

Bei seiner Dankesrede rief der Kardinal die an den Idealen von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten orientierten Gesellschaften des Westens dazu auf, sich angesichts einer sich möglicherweise andeutenden Zeitenwende neu ihrer Grundlagen zu vergewissern: "Es wird nur gelingen, wenn wir den Geist der westlichen Ideen wieder stärker durch grundsätzliche Fragestellungen herausarbeiten. Kann der Westen gedacht werden ohne Christentum?"

Mit Blick auf die Infragestellung und zunehmende Anfeindung der ideellen Grundlagen westlicher Zivilisation zeigte sich Marx fest entschlossen: Ich möchte versprechen, dass ich in den kommenden Auseinandersetzungen um eine Erneuerung der Gesellschaft - und die werden nicht ohne sein - für die Idee der verantwortlichen Freiheit kämpfen werde."

Die Auszeichnung wird beim jährlichen "Ludwig-Erhard-Gipfel" von Politik, Wirtschaft und Publizisten vergeben, den die Weimer Media Group veranstaltet. Voriges Jahr erhielt der einstige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow die Auszeichnung.

Marx als Brückenbauer gewürdigt

Die Laudatio auf Marx bei der Preisverleihung am Freitagabend in Tegernsee hielt die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Sie würdigte den engen Mitarbeiter von Papst Franziskus als Brückenbauer sowohl beim ökumenischen Dialog als auch beim Zusammenwachsen der Weltkirche. Marx setze sich mit "Zerrbildern der Freiheit" auseinander und habe so etwa Züge eines hemmungslosen Kapitalismus vor Augen geführt. Auch mache er klar, dass Religion nicht Feind der Freiheit sei. Der Kardinal wiederum betonte in seiner Ansprache, Freiheit dürfe niemals beliebig sein. Verantwortliche Freiheit sei immer auf andere Menschen bezogen. Sie müsse gebunden sein, ansonsten laufe sie ins Leere.

Im Zentrum des christlichen Glaubens stehe der große Gedanke der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, erinnerte der Kardinal. "Gott wird Bruder der Menschen, er hat sich mit jedem Menschen verbunden." Marx sagte, er wisse, dass der darin grundgelegte Universalismus heute bedauerlicherweise manchen auf die Nerven falle. Freiheit sei aber nie nur mit Blick auf sich selbst vollendet, sondern immer nur dann, wenn sie auch auf den anderen bezogen sei - "die Welt als Familie, als Verantwortungsgemeinschaft, wir gehen miteinander, stehen füreinander ein, behalten das Allgemeinwohl im Blick". (jhe/dpa/KNA)

21.01.2017, 12.45 Uhr: Ergänzt um Material von KNA mit Details zur Dankesrede. /jhe

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