Kurzer Ruhm für Papst-Wandbild in Rom

Das war ein kurzer Spaß: Nicht einmal einen Tag blieb in Rom ein Wandbild mit Papst Franziskus stehen. Der Künstler ist kein Unbekannter – und er kennt den Papst sogar persönlich.

Streetart | Bonn/Rom - 19.10.2016

Streetart hat selten eine besonders lange Halbwertszeit – besonders schnell musste sein, wer heute in Rom das neueste Werk des Streetart-Künstlers Mauro Pallotta im Original sehen wollte. Wir erzählen seine Geschichte.

Der 44jährige römische Künstler machte schon einmal Schlagzeilen mit seinem "Superpope" – Papst Franziskus als Superheld auf einer Mauer in der Straße Borgo Pio nur wenige Schritte vom Petersplatz entfernt. Das neueste Kunstwerk fand sich um die Ecke, an der Kreuzung zum Vicolo del Campanile an einem Eckhaus: Ein Schweizergardist passt auf, während Papst Franziskus auf einer Leiter steht und Tic-Tac-Toe spielt – und mit drei Friedenszeichen in einer Reihe gewinnt.

Rom steht eigentlich in dem Ruf, etwas schmutzig und unorganisiert zu sein. Ausgerechnet hier wird die ewige Stadt ihrem Ruf aber nicht gerecht: Keinen Tag bleibt das Wandbild stehen, städtische Arbeiter in Signalrot schrubben schon bald die Wand sauber.

Übrig bleibt nicht mehr viel, nur ein paar Flecken auf der beigefarbenen Wand. Der Wandschmuck ist einfach zu entfernen: "MauPal", so Pallotas Künstlername, sprüht keine Graffiti, sondern klebt bemaltes und bedrucktes Papier auf – "Paste-up" heißt die in der Straßenkunst beliebte Technik. Mit etwas Wasser und Spachteln geht alles schnell wieder ab.

Mauro Pallottas letztes Papst-Wandbild hat es sogar bis zu Franziskus selbst geschafft: Nachdem im Januar 2014 der Vatikan den Superpapst bemerkte und ein Bild auf Twitter veröffentlichte, traf "MauPal" im Februar am Rand einer Generalaudienz auf den Papst. Mit dabei: Eine Miniatur-Version des Superpapstes.

Franziskus scheint es gefallen zu haben. Ob er auch das neueste Kunstwerk von MauPal schon kennt, ist nicht bekannt. (fxn)

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