Linke-Politiker Ramelow fährt zum Papst

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow bekommt eine Privataudienz bei Papst Franziskus. Ramelow, der sich als einer der wenigen Linken-Politiker öffentlich zum Christentum bekennt, wird am 25. Februar im Vatikan empfangen.

Vatikan | Erfurt - 15.01.2016

Thüringens Linken-Ministerpräsident Bodo Ramelow bekommt eine Privataudienz bei Papst Franziskus. Ramelow werde am 25. Februar während seiner zweiten offiziellen Auslandsreise als Thüringer Regierungschef im Vatikan empfangen, sagte Regierungssprecher Günter Kolodziej am Freitag. Ramelow gehört zu den wenigen Linken-Politikern, die sich öffentlich zu ihrem christlichen Glauben bekennen. Der 59-jährige Protestant hat bereits mehrfach Sympathie für Positionen von Papst Franziskus geäußert.

Ramelow wünscht sich seit längerer Zeit eine Begegnung mit Papst Franziskus. "Ich hatte bereits eine sehr beeindruckende Audienz seinerzeit bei Papst Benedikt XVI., und ich würde wirklich einiges dafür geben, auch mal eine Audienz bei Papst Franziskus zu bekommen", hatte der Politiker bereits kurz nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten im Dezember 2014 gesagt.

Damals betonte Ramelow, Papst Franziskus sei "ein Ermunterer für eine gesellschaftskritische Debatte". Darüber sei er sehr froh. Derartiges traue sich weltweit sonst kein Politiker mehr. "Da sehen auf einmal selbst Kirchenferne in der Linkspartei, dass auch die Institution katholische Kirche sich solch ein gutes Oberhaupt wählen kann", so der Chef der ersten rot-rot-grünen Landesregierung.

Ramelow: Franziskus ist ein Protestant

In der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" nannte Ramelow den Papst im Juni vergangenen Jahres "einen Protestanten". Er fühle sich von dem katholischen Kirchenoberhaupt mitrepräsentiert. "Ich bin nicht Protestant in Gegnerschaft zum Katholizismus. Ich bin Protestant, weil ich mich auf eine besondere Form der Reform und der Reformation beziehe", so Ramelow.

Besonders lobte der Politiker damals die Kapitalismuskritik des Papstes. "Wir müssen eine Ökumene der Kirchen gegen den Kapitalismus bilden", forderte Ramelow. Er wünsche sich, dass in Deutschland nicht nur über Armut, sondern auch über Reichtum geredet werde: "Weil da ein Zusammenhang besteht, weil die Armut wächst, wenn der Reichtum wächst." (stz/dpa/KNA)

Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2016