Mit den Kapuzinern übers Wasser laufen

Sie glauben, der klassische Flyer sei das Non-Plus-Ultra klösterlicher Werbekampagnen? Dann haben Sie die Rechnung ohne diese Ordensfrauen und -männer aus aller Welt gemacht. Film ab!

Internet | Bonn - 20.04.2018

Mehr als 230 Klöster und Ordensniederlassungen öffnen am Samstag ihre Türen für den bundesweit zweiten "Tag der offenen Klöster". Unter dem Motto "Gut. Wir sind da." wollen die Verantwortlichen Werbung für sich machen. Doch nicht nur in Deutschland überlegt man sich, wie man den Nachwuchs in die Klöster lockt. Mal cool, mal lustig, mal emotional: katholisch.de stellt Werbevideos von Orden aus aller Welt vor.

Glaube versetzt Wäsche

Wie Jesus über das Wasser gehen? Ob das wirklich funktioniert, nur weil man dem Orden der Kapuziner in Slowenien beitritt (0:50), sei einmal dahingestellt. Auch die Musik ist wohl eher Geschmackssache. Aber die Idee dahinter ist so witzig wie authentisch: Immerhin versetzt der Glaube ja bekanntlich Berge. Auch rückt der Clip einen zentralen Inhalt des christlichen Glaubens in den Fokus: die Nächstenliebe. Uns würde es aber schon reichen, wenn der Trick mit der Wäscheleine funktioniert (0:33). Die Hausarbeit wäre um einiges schneller erledigt.

Dunkings für den Herrn

Wer in der New Yorker Bronx überleben will, der braucht zwei Dinge: Gottvertrauen und eine gewisse Coolness. Was tut man also? Genau, man tritt erst einmal den Franciscan Friars of the Renewal (Franziskaner der Erneuerung) bei und dreht dann ein für einen Orden überaus lässiges Video. Die Protagonisten: ein ordentlicher Beat, ein Basketball und Mönche, die in ihren schlichten Kutten Richtung Korb fliegen. Der heilige Franziskus wäre stolz auf so viel Bodenständigkeit. Also im übertragenen Sinne.

Übrigens nicht weniger cool: Die Franziskaner können auch Skateboard fahren. Zwar besteht dabei immer die Gefahr, dass sich der Habit in den Rollen verfängt. Aber wie gesagt: Coolness und Gottvertrauen… Und Maria haben sie hier auch auf ihrer Seite!

MC Dominikaner

Was die Franziskaner in New York können, haben die Dominikaner in Krakau schon lange drauf. Gut, polnischer Rap ist für deutsche Ohren erst einmal gewöhnungsbedürftig, aber der "Flow" stimmt. Und die Botschaft? Das Leben auf den Straßen der zweitgrößten Stadt Polens kann hart und ungerecht sein, aber Gott (und die Dominikaner) helfen dir schon irgendwie bei deinen Entscheidungen. Und vielleicht hast du ja sogar Lust, Gott ganz intensiv zu begegnen – und wirst selbst Dominikaner.

Ein Auto voller Närrinnen

Der neueste Hit bei Produktplatzierungen ist ja bekanntlich virales Marketing. Dabei wird mit Hilfe der sozialen Netzwerke auf eine Marke, ein Produkt oder eine Kampagne aufmerksam gemacht. Aber was ist zu tun, wenn das zu bewerbende "Produkt" Glaubensfreude sein soll? Ganz einfach: Man setzt vier gut gelaunte Schwestern der Gesellschaft des heiligen Herzens Jesu in ein Auto und lässt sie Musik hören. Vielleicht lässt sich ja die eine oder andere Dame davon anstecken. Dann ist der fünfte Platz im Wagen vielleicht auch bald besetzt.

Boxe deinen Nächsten

Okay, der Soundtrack klingt schon sehr nach dem legendären "Eye of the Tiger" aus dem Film "Rocky". Aber wir wollen mal nicht päpstlicher sein als der Papst. Doch statt des muskelbepackten Sylvester Stallone boxen sich hier polnische Kapuzinerinnen durch den Film. Aber keine Angst: Die jungen Frauen rebellieren nicht gegen das jesuanische Gebot der Nächstenliebe, sondern tun das Ganze für einen guten Zweck. Es geht um bedürftige Kinder.

Der Ben Hur der kirchlichen Werbefilme

Eine epochale Hochglanzproduktion mit Gänsehauteffekt. Und vielleicht ein wenig kitschig: "I will follow" (Ich werde nachfolgen) ist der Ben Hur unter den Werbefilmen für die Kirche. Einziger Wermutstropfen: Hier geht es nicht um einen Orden. Stattdessen berichten Father Mike Schmitz und Father Josh Johnson aus den USA über ihren Weg zum Priestertum. Es gehe um "echte Männer" aus der realen Welt, die den Mut hatten, "ja" zum Ruf Gottes zu sagen, heißt es im Begleittext des zehnminütigen Meisterwerks. Der Streifen hat alles, was ein guter Film braucht – inklusive genialem Kameraflug (ab 6:20). Nur wer es nicht so mit eucharistischer Frömmigkeit hat, sollte ab 9:45 aussteigen.

Von Björn Odendahl

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