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"Nie mehr Krieg!"

Papst Franziskus wird am Samstag auf dem Petersplatz eine Gebetswache für Frieden in den Krisenherden der Welt, vor allem in Syrien, leiten. Das Treffen beginne um 19 Uhr und dauere bis 23 Uhr, teilte das vatikanische Zeremonienbüro am Dienstag mit. Ein Programm für die Gebetswache ist im Vatikan derzeit in Vorbereitung.

Vatikan | Vatikanstadt - 03.09.2013

Papst Franziskus wird am Samstag auf dem Petersplatz eine Gebetswache für Frieden in den Krisenherden der Welt, vor allem in Syrien, leiten. Das Treffen beginne um 19 Uhr und dauere bis 23 Uhr, teilte das vatikanische Zeremonienbüro am Dienstag mit. Ein Programm für die Gebetswache ist im Vatikan derzeit in Vorbereitung.

Mit einem eindringlichen Appell hatte der Papst am vergangenen Sonntag zu einem Gebets- und Fastentag aufgerufen. Er lud auch andere christliche Konfessionen, Religionen und alle Menschen guten Willens ein, sich der Initiative im Rahmen ihrer jeweiligen Vorschriften anzuschließen. Zustimmung zu dem Gebetstag gab es von den Patriarchen und Oberhäuptern diverser christlicher Kirchen aus dem Nahen Osten.

Mufti will nach Rom kommen

Auch die Muslime in Syrien reagierten positiv. Der syrische Großmufti Ahmad Badreddin Hassou möchte gar persönlich in Rom teilnehmen. Wie der Missionspressedienst Fides meldet, wandte sich der islamische Würdenträger mit diesem Anliegen an den Vatikanbotschafter in Damaskus, Erzbischof Mario Zenari.

Hassou habe sich sehr bewegt vom jüngsten Friedensappell des Papstes für sein Land geäußert, heißt es weiter. Auch wenn sich die Rom-Reise aus logistischen oder sonstigen Gründen nicht verwirklichen lasse, habe der Mufti seine Gemeinschaft in Damaskus aufgerufen, den Appell des Papstes aufzugreifen und ihrerseits für den Frieden in Syrien zu beten, berichtet Fides.

Dieses Gebet soll gleichzeitig mit der Initiative des Papstes in den Moscheen von Damaskus und im ganzen Land stattfinden. Die syrischen Muslime sähen Papst Franziskus als einen "wirklichen geistlichen Führer, der ohne politische, individuelle oder gemeinschaftliche Interessen für das Wohl des syrischen Volkes spricht", so der Mufti.

Papst: "Blinde Gegensätze" überwinden

Eindringlich und persönlich hatte Papst Franziskus am vergangenen Sonntag ein weltweites Ende der Gewalt gefordert, insbesondere in Syrien. Ebenso verurteilte er den Einsatz von chemischen Waffen. "Krieg führt nur zu Krieg, Gewalt führt nur zu Gewalt", sagte er unter dem Applaus von mehreren Zehntausend Menschen auf dem Petersplatz.

"Wir wollen eine Welt in Frieden, wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein", unterstrich der Papst. "Wir wollen, dass in dieser unserer von Spaltungen und Konflikten zerrissenen Welt Frieden entsteht." Mit lauter Stimme fügte er hinzu: "Nie mehr Krieg!" Zugleich forderte das Oberhaupt der katholischen Kirche die Konfliktparteien sowie die internationale Gemeinschaft auf, mit Mut und Entschlossenheit Verhandlungen zu führen und "blinde Gegensätze" zu überwinden. Es gebe ein "Urteil Gottes, das auch ein Urteil der Geschichte über unsere Taten ist", und dem könne man nicht entfliehen. (meu/KNA)

Hintergrund

Nachdem vergangene Woche noch vieles darauf hindeutete, als wollten die USA und Großbritannien in Syrien intervenieren, scheint heute wieder die Stunde der Diplomaten gekommen zu sein. Katholisch.de sprach mit dem Politikwissenschaftler Andreas Sommeregger über die Möglichkeiten des Vatikan, das politische Geschehen zu beeinflussen. Oder hilft am Ende nur noch beten?

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