Papst mahnt neue Bischöfe zu Demut

114 neue Bischöfe aus aller Welt waren für ihren Einführungskurs nach Rom gekommen - darunter auch fünf Deutsche. Zum Abschluss gab ihnen Papst Franziskus noch einige mahnende Worte mit auf den Weg.

Kirche | Vatikanstadt - 14.09.2017

Papst Franziskus hat die in diesem Jahr neu ernannten Bischöfe zu Gebet, Demut und zum Dialog mit den Gläubigen aufgefordert. Sie sollten sich um eine ständig wachsende und verinnerlichte Form der Unterscheidung bemühen, die andere Menschen mit einschließe, gab er den 114 neuen Bischöfen am Donnerstag bei ihrer Audienz im Vatikan mit auf den Weg. Er rief die Geistlichen zum Gespräch und zu geduldiger und mutiger Begleitung der Menschen auf: "Gläubige, Familien, Pfarreien, Gemeinschaften und Gesellschaft - wir sind alle gerufen voranzuschreiten in der Freiheit, das von Gott gewollte Gute zu wählen und umzusetzen", so der Papst.

Die neuen Bischöfe aus aller Welt waren zuvor für gut eine Woche zu einem Einführungskurs in Rom zusammengekommen. Unter ihnen waren auch fünf Deutsche: die Diözesanbischöfe Peter Kohlgraf (Mainz) und Georg Bätzing (Limburg) sowie die Weihbischöfe Rupert Graf zu Stolberg aus München, Horst Eberlein aus Hamburg und Dominicus Meier aus Paderborn. In den Seminaren geht es sowohl um allgemeine, theologische Reflexionen über das Bischofsamt als auch um die Arbeit der vatikanischen Einrichtungen und pastorale Fragestellungen.

Den Bischöfen legte Franziskus bei seiner Ansprache ans Herz, um die Gnade der "wahrhaftigen Unterscheidung" zu beten. Der Heilige Geist sei die "Hauptfigur jeder authentischen Unterscheidung". Eigene Projekte müssten zurückgestellt werden, um den Standpunkt Gottes einzunehmen. Er mahnte, im stillen Gebet auf die Stimme Gottes zu hören. Zugleich dürften Bischöfe sich nicht selbst genügen oder zu verängstigten und isolierten "Einzelgängerhirten" werden. Franziskus ermutigte die Anwesenden: Ein Bischof dürfe keine Angst haben, eigene Beurteilungen und Einschätzungen mit anderen zu teilen und bisweilen auch zu verändern.

Die Fähigkeit zur Unterscheidung bezeichnete Franziskus als "Mittel gegen die Unbeweglichkeit des 'Das wurde schon immer so gemacht' oder des 'Lassen wir uns Zeit'". Es gehe um einen kreativen Prozess, der sich nicht darauf beschränke, vorgegebene Schemata anzuwenden. Unterscheidung bedeute immer auch Demut und Gehorsam, so der Papst weiter: Demut gegenüber eigenen Projekten, Gehorsam gegenüber dem Evangelium, dem Lehramt, den Normen der Universalkirche. Zugleich müsse auch der konkreten Situation der Menschen Rechnung getragen werden: "Lasst euch nicht von der Sehnsucht fesseln, eine Antwort für alle Fälle zu finden", so der Papst. (bod/KNA)

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