Papstreise nach Kolumbien: Versöhnung im Mittelpunkt

Um Versöhnung, aber auch um die Armen soll es auf der Kolumbien-Reise von Franziskus im September gehen. Diese Reise hatte der Papst mit einer Bedingung verknüpft. Nun wurde das Programm veröffentlicht.

Papstreise | Bogota - 25.06.2017

Nach Jahrzehnten eines blutigen Konflikts will Papst Franziskus in Kolumbien an einem Gebetstreffen für nationale Versöhnung teilnehmen. Zudem plant er eine Begegnung mit Obdachlosen in der kolumbianischen Hafenmetropole Cartagena und ein Treffen mit dem Lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM in der Hauptstadt Bogota. Das geht aus dem Besuchsprogramm hervor, das der Vatikan am Freitagabend veröffentlichte. Die Reise dauert von 6. bis 11. September.

Franziskus hatte versprochen, Kolumbien zu besuchen, wenn der Friedensprozess mit der Guerilla-Organisation FARC zu einem glücklichen Ende gekommen wäre. Nachdem ein entsprechendes Abkommen vom Parlament am 30. November angenommen wurde, kündigte der Vatikan am 10. März offiziell die Visite an. Es ist die fünfte Lateinamerika-Reise des argentinischen Kirchenoberhaupts und der dritte Besuch eines Papstes in Kolumbien.

Höflichkeitsbesuch, Gebetstreffen und Geschichte

Dem Programm zufolge wird Franziskus am 6. September in Bogota willkommen geheißen. Ein Höflichkeitsbesuch bei Präsident Manuel Santos findet am folgenden Morgen statt. Geplant sind weiter eine erste Begegnung mit Gläubigen sowie mit den Bischöfen des Landes und mit dem Leitungskomitee der CELAM. Abends findet eine Messe im Simon-Bolivar-Park statt, in dem schon Papst Paul VI. 1968 Gottesdienst feierte.

Am 8. September reist Franziskus nach Villavicencio, Zentrum einer landwirtschaftlich geprägten Region südwestlich von Bogota. Dort wird er zu einem Gebetstreffen für die Versöhnung Kolumbiens erwartet. Abschließend macht er am "Kreuz der Versöhnung" im Park De Los Fundadores südlich von Villavicencio halt. Am folgenden Tag feiert der Papst eine Messe in Medellin; die zweitgrößte Stadt des Landes ist kirchenhistorisch mit der Bischofsversammlung von 1968 verbunden, in der sich die lateinamerikanischen Kirchenführer zu einer "Option für die Armen" bekannten.

Der letzte Programmtag sieht eine Begegnung mit Armen in der Cartagena vor. Dabei will Franziskus die Grundsteine von Häusern für Obdachlose segnen. Zudem besucht er das Heiligtum des Jesuiten-Missionars und Nationalheiligen Petrus Claver (1580-1654), zugleich Patron der Menschenrechte. Seine Abschlussmesse feiert der Papst im Hafengelände der Pazifikstadt. Am Abend des 10. September fliegt Franziskus nach Rom zurück. Dort wird er am 11. September erwartet. (KNA)

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Beim Franziskus macht sich das Alter bemerkbar. Das betrifft vor allem die Mobilität des Papstes. Bei seinem Kolumbienbesuch im September muss deshalb der Reiseplan geändert werden. (Artikel von April 2017)

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