"Treu und ehrenhaft dienen"

Fünfunddreißig neue Rekruten der Schweizergarde sind am Montag im Vatikan vereidigt worden. Bei einer Zeremonie in der Audienzhalle schworen die Hellebardiere, Papst Franziskus und seinen Nachfolgern "treu, redlich und ehrenhaft zu dienen". Franziskus hatte der Schweizergarde zuvor für ihren Wachdienst gedankt. "Ich erfahre jeden Tag persönlich die Hingabe, Professionalität und Liebe, mit der ihr euren Dienst verseht", sagte er bei einer Audienz für die Rekruten und ihre Familien.

Vatikan | Vatikanstadt - 07.05.2013

Fünfunddreißig neue Rekruten der Schweizergarde sind am Montag im Vatikan vereidigt worden. Bei einer Zeremonie in der Audienzhalle schworen die Hellebardiere, Papst Franziskus und seinen Nachfolgern "treu, redlich und ehrenhaft zu dienen". Franziskus hatte der Schweizergarde zuvor für ihren Wachdienst gedankt. "Ich erfahre jeden Tag persönlich die Hingabe, Professionalität und Liebe, mit der ihr euren Dienst verseht", sagte er bei einer Audienz für die Rekruten und ihre Familien.

Unter den 35 neuen Gardisten sind 28 Deutschschweizer; 6 Rekruten stammen aus dem französischsprachigen, einer aus dem italienischsprachigen Landesteil. Zur Vereidigung reiste der Schweizer Bundespräsident Ueli Maurer an. Die Zeremonie vor rund 2.000 Gästen wurde wegen schlechten Wetters vom Innenhof des Apostolischen Palastes in die Audienzhalle verlegt.

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Sie sind vor allem bekannt für ihre bunten Uniformen, aber auch Trommeln gehören fest zur Schweizergarde. Eine Basler Werkstatt hat nun neue Instrumente mit dem Wappen von Franziskus gebaut.
 Nicole Stroth

Die gegenwärtig rund 110 Mann zählende Garde bewacht den Papst und seinen Palast seit 1506. Die Vereidigung der neuen Rekruten erfolgt jedes Jahr am 6. Mai - in Erinnerung an die Plünderung Roms durch die Landsknechte Kaiser Karls V., den sogenannten Sacco di Roma, am 6. Mai 1527. Damals fielen 147 Schweizer Soldaten, die Papst Clemens VII. (1523-1534) verteidigten. Die meisten Rekruten verpflichten sich heute für eine zweijährige Dienstzeit.

Die Feiern begannen am Morgen mit einem Gottesdienst im Petersdom, der von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone zelebriert wurde. Anschließend legten die Gardisten auf der Piazzale Protomartiri Romani im Vatikan einen Kranz zum Gedenken an die gefallenen Gardisten des "Sacco di Roma" nieder. (KNA)

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Papst dankt Schweizergardisten

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Stichwort: Schweizergarde

Lat. cohors helvetica; 1506 von Papst Julius II. aus Schweizer Söldnern gegr. Truppe, deren Aufgabe heute der Wach-, Ordnungs- und Ehrendienst im Apostolischen Palast und der Schutz des Papstes ist. Außerdem begleiten Mitglieder der Schweizergarde den Papst auf seinen Reisen. Die direkt dem Papst unterstellte Truppe hat eine Sollstärke von 100 Mann. Gardisten können nur kath., ledige Männer mit einem einwandfreien Leumund werden, die in der Schweiz bereits Militärdienst geleistet und eine Berufsausbildung absolviert haben. Sie müssen mindestens 1,74 Meter groß und dürfen beim Eintritt nicht älter als 30 Jahre sein. Die Gardisten verpflichten sich i. d. R. für eine zweijährige Dienstzeit. Die farbenprächtige Gala-Uniform der Schweizergardisten stammt aus dem Jahr 1914 und ist nicht - wie es häufig heißt - von Michelangelo, sondern vom damaligen Kommandanten Jules Répond entworfen worden. Die Farben Rot-Gelb-Blau sind die Traditionsfarben des Hauses Medici. Die Alltagsuniform ist blau. Während der Plünderung Roms am 6. Mai 1527 (Sacco di Roma) leistete die Schweizergarde verzweifelten Widerstand und brachte Papst Clemens VII. in die Engelsburg in Sicherheit. Dabei starben 147 der damals insges. 189 Mann starken Söldnertruppe. Dieser Tag ist noch heute der Gedenktag der Schweizergarde, an dem jährlich die neuen Rekruten vereidigt werden.

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