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Typisch katholisch?!

Haben Sie schon mal eine Kerze für einen Freund angezündet oder sich für Ihren Glauben verteidigt? Dann werden Sie von diesen zehn Punkten sicherlich noch einige mehr aus Ihrem Alltag kennen.

Buntes | Bonn - 21.02.2017

1. In der Kirche flüstern

Ist es aus Ehrerbietung und Respekt vor dem Raum, Rücksicht auf die Betenden oder bloße Angewohnheit? Viele Katholiken sprechen automatisch leiser, sobald sie eine Kirche betreten.

2. Namenstag feiern

Gut, das macht nicht jeder Katholik. Aber Katholiken sind – außer vielleicht noch Floristen – mit die einzigen, die wissen, was ein Namenstag ist und an welchem Datum ihr Patron gefeiert wird. Hier können Sie mehr über Ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen erfahren.

3. Bei Hostienraub zusammenzucken

Und wenn es nur innerlich ist: Sobald ein Katholik davon erfährt, dass eine konsekrierte Hostie entwendet wurde, zuckt er zusammen. Was er dabei empfindet, können Nicht-Katholiken wohl kaum nachvollziehen.

4. "Gott sei Dank" sagen – und es auch so meinen

Es ist ein geflügeltes Wort – aber wenn Katholiken erleichtert "Gott sei Dank" sagen, dann sagen sie es nicht einfach daher, dann meinen sie es auch so. Viele sprechen es darum auch besonders deutlich und langsam aus.

Auch Papst Franziskus lacht gerne.
 KNA

5. Über Katholikenwitze laut lachen

Vielleicht liegt es daran, dass man sich bei manchen Witzen über Katholiken ein bisschen in der Kirche auskennen muss, um sie lustig zu finden. Vielleicht wissen Katholiken aber auch einfach, dass es sich mit Humor leichter leben lässt: Auf jeden Fall lachen bei vielen Witzen über die Kirche gerade deren Mitglieder am lautesten. Beispiel gefällig?

Warum gehen katholische Pfarrer so ungern ins Schwimmbad? Eine falsche Bewegung und alles ist Weihwasser.

Mehr Witze haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

6. Heilige für jede Situation kennen

Egal ob Halsweh, Herzschmerz oder entlaufenes Haustier – für beinahe sämtliche Übel gibt es einen Heiligen, den man anrufen kann. Den Patron der Autofahrer beispielsweise, Christophorus, oder den der Feuerwehr, Florian, wird wohl jeder Katholik kennen. Wer übrigens bei welchen Krankheiten "zuständig" ist, können Sie hier nachlesen.

7. Protestanten "gar nicht so schlimm" finden

Haben Sie das nicht auch schon erlebt? Da geht es um einen Gottesdienst in einer evangelischen Kirche oder eine Person, die ihr angehört. Nach der Erklärung "Er/Sie/Es ist zwar evangelisch", folgt dann fast reflexartig die Abmilderung "aber das macht ja nichts" oder "aber wir sind ja alle Christen". Liegt das an anerzogener kirchenpolitischer Korrektheit, ökumenischer Harmoniesucht oder schämt sich gar der Sprecher seiner Konfession? Wenn Sie dahinter kommen wollen, sagen Sie das nächste Mal einfach sowas wie "Ja, ja, vor Luther war alles besser", und schauen, was passiert.

8. Auf Turnübungen in der Kirche angesprochen werden

Katholiken sitzen, stehen und knien in der Kirche – und zur Kommunion gehen sie auch noch zum Altar und wieder zurück. Das erinnert manch originellen Zeitgenossen offenbar an frommen Frühsport, weswegen man dann gefragt wird: "Katholisch? Ach, ihr seid doch die mit den Turnübungen in der Kirche …" Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie lachen höflich mit und sagen "Ja, nach dem letzten Hochamt hatte ich einen richtigen Muskelkater." Oder Sie grinsen nur verschmitzt und freuen sich still, dass Sie nie unangenehm im Gottesdienst auffallen würden, weil Sie natürlich genau wissen, wann was dran ist.

Irakisches Flüchtlingsmädchen beim Entzünden einer Kerze in einer Kirche
In einer brennenden Kerze wird das Gebet sichtbar.
 Allen Kakony / adeo Verlag

9. Eine Kerze anzünden

Bei vielen Katholiken ist das schon eine Redewendung: "Ich geh mal eine Kerze anzünden" oder "Ich habe für dich ein Kerzchen angemacht". In der brennenden Kerze in der Kirche werden das Gebet und damit die Fürsorge für eine andere Person sichtbar – oder für ein Anliegen: Im Ruhrgebiet zum Beispiel werden vor Fußballspielen gerne Lichter für den eigenen Verein angesteckt. Der Ausspruch "Eine Kerze anzünden" ist also katholisch für: Ich sorge und kümmere mich um dein Wohlergehen.

10. Eine Verteidigung parat haben

Es stimmt: Sich zu seinem Glauben zu bekennen, erfordert manchmal Mut. Von vielen Menschen wird man, sobald man sich als katholisch ausgegeben hat, direkt in eine Schublade gesteckt oder gar verbal angegriffen. Sicherlich gibt es viele Themen, die man diskutieren kann. Aber nicht jeder will immer seinen Glauben jedwedem gegenüber rechtfertigen müssen oder deswegen bloßgestellt werden. Daher hat sich wahrscheinlich schon jeder Katholik gute Argumente zurechtgelegt – für den Fall, dass es wieder heißt: "Sag mal, du bist doch katholisch. Was sagst du eigentlich zu…?"

Von Johanna Heckeley

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