Donauidylle und Bierbrauerkunst

Viele Klöster sind idyllisch gelegen, aber Donaudruchbruch bei Weltenburg ist wirklich atemberaubend. Es gibt aber noch mehr Gründe für einen Besuch der Abtei.

Abtei Weltenburg | Bonn - 06.01.2015

Viele Klöster sind idyllisch gelegen, aber auch in diesem Maßstab ist die Lage des Klosters Weltenburg nahe dem niederbayerischen Kelheim etwas Besonderes: Nur wenige Meter Kieselstrand trennen die Abtei von der Donau, auf der anderen Seite des Flusses ragen weiße Klippen in einer atemberaubenden Kulisse hoch aus dem Fluss. Die Kombination aus barockem Klosterambiente und romantischen, bizarren Felsformationen lockt bis zu einer halben Million Menschen pro Jahr in die Abtei.

Doch die Lage am "Donaudurchbruch Weltenburg" ist nicht nur ein Segen. Diverse Hochwasser und darauf folgende Zerstörungen mussten die Benediktinermönche im Laufe ihrer Geschichte bewältigen – nach den schmerzlichen Schäden des Jahrhunderthochwassers 1999 wurde 2006 ein aufwendiger Hochwasserschutz für das Kloster eingeweiht.

Geschichtlich glänzt das Kloster gleich mit mehreren Superlativen: Es besitzt nicht nur die älteste Klosterbrauerei der Welt, sondern ist auch das älteste Kloster Bayerns. Es wurde um das Jahr 600 von iroschottischen Wandermönchen gegründet und erlebte zunächst eine bewegte Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen und immer neuen Bewohnern und Besitzern. Es gab auch Zeiten, in denen das Kloster brachlag. Wichtige Reformen und Neuerungen gehen auf die Amtszeit von Abt Maurus Bächel von 1712 bis 1743 zurück. In diese Zeit fiel auch die Erbauung der Abteikirche. Sie wurde von den Gebrüdern Assam entworfen, die zu den bekanntesten Vertretern des deutschen Spätbarocks zählen. Im Jahre 1803 fiel Weltenburg der Säkularisation zum Opfer und wurde aufgelöst. Bereits 1842 wurde es aber durch König Ludwig I. von Bayern wiedererrichtet. Seit dem Jahre 1913 ist Weltenburg wieder eine eigenständige Abtei.

Pause in der Klosterschänke

Das Innere der Kirche ist in drei prachtvoll gestaltete Bereiche aufgegliedert. Die Vorhalle empfängt den Besucher und führt ihn in den Hauptraum. Dieser stellt im Grundriss eine Ellipse dar und wird von einer zwanzig Meter hohen Kuppel überspannt, die wie der Rest der Kirche mit Elementen aus dem Barock und Rokoko ausgestaltet ist. Sie ist auch von außen weithin sichtbar. Vervollständigt wird der Innenraum durch das Presbyterium, das besonders zur Geltung kommt, wenn die Morgensonne durch die drei rückwärtigen Fenster fällt.

Ein Museum im Felsenkeller bietet weitere interessante Einblicke in die Historie des Klosters, aber gibt auch Aufschluss über die Entstehung der Landschaft in der Umgebung. Der Bogen spannt sich von Fossilien als Zeugen der Urgeschichte - als die heutige sogenannte Weltenburger Enge von einem subtropischen Meer überflutet war - über die ersten frühchristlichen Spuren und die bewegten Jahrhunderte des Klosters vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Er endet beim aktuellen Leben und Wirken der Benediktiner in Weltenburg.

Eine Abteilung ist natürlich auch dem Bier gewidmet: von der Entdeckung des "flüssigen Brotes" bei den Sumerern (um 5000 v. Chr.) über die erste "Bierkocherei" der Mönche bis zum Reinheitsgebot, nach dem bis heute das Weltenburger Klosterbier gebraut wird. In einer wohlverdienten Pause können sich die Besucher das Bier in der Klosterschenke schmecken lassen, bevor sie das Kloster wieder mit dem Schiff verlassen oder einen der idyllischen Wanderwege wählen.

www.kloster-weltenburg.de

Von Gabriele Höfling

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