Kloster im Norden

Nütschau ist das nördlichste Benediktinerkloster Deutschlands. Die eher ungewöhnliche Lage geht mit einer besonderen Atmosphäre einher. Ein Ort der Einkehr und der Ökumene.

Kloster Nütschau | Bonn - 06.01.2015

Gelegen auf dem Gelände eines alten Wasserschlosses nahe Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein, ist Nütschau das nördlichste Benediktinerkloster Deutschlands. Die eher ungewöhnliche Lage geht mit einer besonderen Atmosphäre einher, die sich von der anderer Klöster in Deutschland unterscheidet.

Wo sonst Jahrhunderte alte, oft barocke Kirchen in lieblicher, hügeliger Landschaft liegen, fügt sich in Nütschau eine Kirche in Bungalowform aus den 70er-Jahren in ein Klosterdorf rund um ein weißes, schlichtes Herrenhaus ein. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert und war ursprünglich als Wasserschloss konzipiert. Umgeben ist das Kloster von der idyllischen, ostholsteinischen Moränenlandschaft, die zu Spaziergängen und Wanderungen einlädt.

Noch ein besonderes Merkmal hat das Kloster: Sein Alter. Es wurde erst 1952 gegründet und liegt mitten in der norddeutschen Diaspora. Es sollte als lebendige Mönchsgemeinschaft Wurzeln im Land und in den Herzen der Menschen schlagen und so nicht zuletzt auch der Ökumene zuträglich sein. Das gelang so erfolgreich, dass man sogar für den gesamten skandinavischen Raum zu einer der ersten Adressen wurde. Viele tausend Besucher im Jahr suchen hier im Travetal Einkehr und Zeit zum Atemholen und inneren Verweilen.

Auszeit vom Alltag

Jugendliche verbringen Zeit im Jugendhaus St. Benedikt. Dort nehmen sie an Kursen teil, stellen den Mönchen Fragen und geben Anregungen weiter, feiern gemeinsam mit ihnen Ostern oder den Jahreswechsel und helfen bei der Apfelernte. Das Bildungshaus St. Ansgar wartet mit spirituellen Angeboten auf, bietet aber auch die Möglichkeit, Abstand vom Alltag zu gewinnen. Auf dem Gelände können auch Familien ihre Ferien verbringen. Speziell an Männer richtet sich die "spirituelle Wegbegleitung" im Haus St. Raphael.

Ein weiteres Angebot für Besucher sind die Zimmer im "Stillen Bereich", der sich unmittelbar an die Mönchsklausur anschließt. Von hier aus ist es nicht weit zum Stundengebet in der Kirche mit ihren farbenfrohen Fenstern, auch Exerzitien werden regelmäßig angeboten. Dabei werden die Mönche seit einiger Zeit von zwei Schwestern der Gemeinschaft Jesu unterstützt, die die Angebotspalette ergänzen.

Für ihren besonders gelungenen, aufgeräumten Internetauftritt wurden die Benediktiner-Mönche 2009 belohnt: Damals erhielten sie den von der Evangelischen Kirche verliehenen "Webfish" für den besten christlichen Internetauftritt – als erste katholische Einrichtung überhaupt.

www.kloster-nuetschau.de

Von Markus Schüppen und Gabriele Höfling

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