Viel mehr als Bier

"Unsere Tradition ist es, fortschrittlich zu sein; unseren Fortschritt verdanken wir einer großen Tradition": Leitsatz und Erfolgsrezept des bekannten Klosters, das mehr bietet, als nur bayerisches Bier.

Kloster Andechs | Bonn - 06.01.2015

Der Leitsatz über die Verbindung von Tradition und Fortschritt bestimmt den gesamten Betrieb von Kloster Andechs und verhalf ihm zu weitreichender Bekanntheit: "Unsere Tradition ist es, fortschrittlich zu sein; unseren Fortschritt verdanken wir einer großen Tradition."

Eine eigene Brauerei mit europaweit vertriebenen Biersorten, ein Restaurant, moderne Landwirtschaft und ein Tagungszentrum: Die Angebotspalette des Andechser Wirtschaftsunternehmens ist groß und erfolgreich. Doch hinter Marketing und Public Relations steckt auch ein traditionelles Kloster.

Die Wurzeln der Andechser Wallfahrt gehen auf den "Heiltumsschatz" der Grafen von Andechs zurück. Deren Ahnherr Graf Rasso soll schon im 10. Jahrhundert Herrenreliquien aus dem Heiligen Land in die Gegend rund um den Ammersee gebracht haben. Seit etwa 1130 zieht Andechs Pilger an und ist damit der älteste Wallfahrtsort Bayerns. Über die Zeit entwickelte sich auf dem heiligen Berg über dem Ostufer des Ammersees eine florierende Klosteranlage, die nicht nur wegen ihrer idyllischen Lage inmitten des Starnberger Fünf-Seen-Landes ein beliebtes Ziel für Pilger und Besucher ist.

Der doppelstufige Hochaltar in der Wallfahrtskirche ist eines der Highlights. Bei einer Kirchenführung können Interessierte viel über die Geschichte des Benediktinerklosters, über die mächtigen Grafen von Andechs und die heilige Kapelle mit dem sogenannten Heiltumsschatz lernen, der unter anderem mehrere wertvolle Reliquien umfasst.

Kircheneigentümer ist der Staat

Auch die verschiedenen Kunstepochen lassen sich durch die ereignisreiche Klostergeschichte nachvollziehen. Gebaut als spätgotische Hallenkirche, wurde die Kirche Anfang des 17. Jahrhunderts im Stil der italienischen Spät-Renaissance umgestaltet. Ein Jahrhundert später begann nach einem großen Brand die Barockisierung. Übrigens gehört die Kirche nicht zum Kloster, denn seit der Säkularisation ist sie die "Staatliche Wallfahrtskirche Sankt Nikolaus und Sankt Elisabeth". Die Benediktiner wurden von Herzog Albrecht III. 1455 dezidiert zur Betreuung der Wallfahrt gerufen und tun das heute noch.

Neben der klassischen spielt heute auch die moderne Kunst im Kloster Andechs eine große Rolle. In Zusammenarbeit mit einer Stiftung werden Kunstsymposien veranstaltet, das Kloster ist Schauplatz und Träger für die regelmäßig stattfindenden Carl Orff-Festspiele. Denn der Komponist der "Carmina Burana" ist in Kloster Andechs begraben.

Auch das leibliche Wohl kommt bei einem Besuch des Klosters nicht zu kurz. Rund eine Millionen Besucher genießen jedes Jahr die benediktinische Gastfreundschaft: Ein Besuch der klostereigenen Brauerei ist nicht nur wegen der feinen Bierrezepturen ein Erlebnis, auch das Bräustüberl und der Klostergasthof verwöhnen die Besucher mit allerlei Spezialitäten. Bayerische Biersuppe, Bierhuhn oder in Weißbier marinierte Apfelspalten: Das Andechser Bräu scheint bei jedem Rezept irgendwie mit im Topf zu sein.

www.andechs.de

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